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Leichlingen/Burscheid
Flüchtlingsstreit: Randale, Widerstand, 20 Festnahmen

Leichlingen/Burscheid. Streit zwischen Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft an der Friedensstraße hat am Dienstagabend die Polizei auf den Plan gerufen. Als Beamte gegen 23.30 Uhr eintrafen, hielten sich etliche Bewohner vor der Unterkunft auf und deuteten an, dass ein Randalierer im Haus sei. Die Polizisten trafen den 31-Jährigen "nach kurzer Flucht", wie die Polizei gestern mitteilte, in einer Gemeinschaftsküche an. Von Ludmilla Hauser

Der Mann sollte das Haus verlassen, tat dies aber nicht. Auch einem Platzverweis kam er nicht nach. Als die Polizisten ihn am Arm packen wollten, habe er versucht zu flüchten und um sich geschlagen. Auch als mehrere Beamte ihn packten und ihm Handschellen anlegten, schlug und trat der Bewohner der Unterkunft weiter um sich. Auf dem Weg zum Streifenwagen versuchte der 31-Jährige, die Beamten zu bespucken. Der Widerstand ging so weit, dass er sich beim Anblick seines offensichtlichen Streitkontrahenten erneut tobend und schimpfend zu befreien versuchte.

Auf der Wache lehnte er einen Atemalkoholtest ab. Für die Beamten war aber auch ohne diesen erkennbar, dass der Mann alkoholisiert war. Der 31-Jährige schlief in einer Zelle seinen Rausch aus. Die Polizei fertigte eine Anzeige wegen Widerstands.

Anders endeten Streitigkeiten unter Asylbewerbern in Pulheim und in Burscheid Mitte der Woche: In einer Flüchtlingsunterkunft in Pulheim stach ein Asylbewerber im Streit einen anderen Flüchtling mit einem Messer nieder. Das Opfer starb noch vor Ort. In Burscheid waren 20 Festnahmen die Folge eines Streits zwischen Bewohnern und Mitarbeitern einer Flüchtlingsunterkunft, wie die Polizei berichtet. Gegen 13.20 Uhr drohte am Mittwoch in der Hans-Hoersch-Halle zunächst ein Konflikt mit den Bewohnern zu eskalieren. Wegen wiederholter Verstöße einiger Bewohner gegen die Hausordnung wollten die Mitarbeiter der Unterkunft die geplante Auszahlung des wöchentlichen Taschengeldes verzögern. Im heftigen Streit darüber packten 20 Nordafrikaner ihre Sachen und wollten die Unterkunft geschlossen verlassen - "um sich ihr Taschengeld in einem anderen Flüchtlingsheim zu besorgen", meldet die Behörde.

Eine Mitarbeiterin der Einrichtung rief die Polizei. Die informierte das Kreisausländeramt, das sich um die Feststellung der Identitäten der 20 Leute kümmerte. "Dabei stellte sie schnell fest, dass ein großer Teil der kontrollierten Personen über mehrere Bescheinigungen als Asylsuchender unter verschiedenen Namen verfügte und eine Person zur Abschiebung ausgeschrieben war", heißt es von der Polizei weiter. Außerdem hätte es Hinweise darauf gegeben, dass "unrechtmäßig mehrfach Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen wurden".

Alle Männer (20-35 Jahre alt) wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft zur Polizeiwache in Bergisch Gladbach gebracht, damit weiter ermittelt werden konnte, etwa zur Identität und zur Aufklärung strafrechtlich relevanter Vorwürfe wie Sozilabetrug und Verstoß gegen das Ausländerrecht.

Quelle: RP
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