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Leichlingen
Förderverein: 125.000 Euro für die Bücherei

Leichlingen. Am 21. März 1991 gründete sich der Förderverein der Stadtbibliothek, heute wird das Jubiläum gefeiert. Von Roman Zilles

Mal sollte ein Anbau im Stadtpark Abhilfe schaffen, Jahre vorher war ein Neubau auf der Postwiese im (Streit-)Gespräch. Aber letzten Endes hat es nie geklappt mit einer Erweiterung der Stadtbücherei Leichlingen - wenn man davon absieht, dass vor einem Jahr an der Postwiese der erste öffentliche Bücherschrank der Stadt aufgestellt wurde. Entsprechend sagt Sandra Beierlein: "Ein neues, großes Zuhause für die Bücherei, das ist nach wie vor unser größtes Anliegen."

Als dessen Vorsitzende spricht Beierlein stellvertretend für den Förderverein der Bücherei, der heute auf den Tag genau vor 25 Jahren gegründet wurde. Mitglieder, Sponsoren und Politiker werden am Abend auf das Jubiläum anstoßen, das Engagement der Vereinigung würdigen, in der eigens erstellten Festschrift schmökern, sich an die Geschichte der Einrichtung erinnern: an die Inbetriebnahme des ersten Internet-Computers 1996, die Umstellung der Verbuchung per Barcode, den Einzug elektronischer Medien, den Anschluss an das Ausleih- und Downloadportal "Bergische Onleihe" bis zum Anbieten von E-Book-Readern.

Der Wandel hin zu elektronischen und digitalen Medien sei wichtig und notwendig. "Er findet in allen Lebensbereichen statt und muss sich auch in einer Bücherei wiederfinden", sagt Beierlein. Dies sei längst nicht nur der Nachfrage und dem Nutzungsverhalten junger Menschen geschuldet. "Es ist ein Angebot für alle, auch für ältere Leute", ergänzt die Vorsitzende. Nach ihren Angaben hat der Förderverein seit Bestehen rund 125.000 Euro gesammelt und für die Einrichtung zu Verfügung gestellt: ob in Form von Veranstaltungen oder Anschaffungen. Das Geld sei gut angelegt. Denn: "Die Bücherei verfolgt einen großen Auftrag: Sie ist ein Ort der Begegnung und des Miteinanders", sagt die Vorsitzende.

Allerdings ist sie ein sehr beengter Ort des Miteinanders. "Es ist jedes Mal eine Herausforderung, hier für eine Veranstaltung Platz für 30 Personen zu schaffen", sagt Beierlein, die wie ihre Mitstreiter die Hoffnung nicht aufgibt, irgendwann angemessenere Räumlichkeiten zu beziehen. Der Verein werde in jedem Fall nicht müde, regelmäßig auf die Enge hinzuweisen. Oder, wie Beierlein sagt: "Es liegt nicht in der Hand des Fördervereins, für ein neues Zuhause zu sorgen. Aber es ist an uns, darauf aufmerksam zu machen."

Vorerst heißt es aber: Raumnot macht erfinderisch. Denn aktuell sammelt der Verein Geld, von dem er so genannte Medien-Hüllen kaufen kann. Diese würden die vergleichsweise dicken Hüllen von CDs ersetzen, und durch den so gewonnenen Platz lassen sich in den Regalen mehr Medien unterbringen.

Befürchtungen, dass die Bücherei womöglich irgendwann ein Opfer der den klammen städtischen Finanzen der Stadt werden könnte, hat Beierlein nicht. Zumindest nicht akut und permanent. "Wir sind uns natürlich bewusst, dass es eine freiwillige Leistung der Stadt ist. Aber der Förderverein bemüht sich, das Angebot so attraktiv zu machen, dass die Bücherei nicht wegzudenken ist aus der Stadt", sagt sie.

Quelle: RP
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