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Leichlingen
Frische Wupper-Krebse auf Restaurant-Karte

Leichlingen: Frische Wupper-Krebse auf Restaurant-Karte
Solche Signalkrebse aus der Wupper gibt es auch im Leichlinger Restaurant Vita Moderna auf der Speisekarte. FOTO: Kempner
Leichlingen. In Leichlingen setzt des Restaurants Vita Moderna ganz auf die regionale Köstlichkeit und bietet neuerdings auch Wupper-Krebse an. Von Ina Bodenröder

Bald ist es wieder soweit: In der Wupper beginnt für Jörg Heyer die Saison für die Flusskrebsfischerei. Zwischen Juni und November fängt der Wuppertaler im Bergischen Land den wilden Signalkrebs Pacifastacus leniusculus und beliefert in dieser Zeit neben Privatpersonen auch Restaurants, Cateringunternehmen und den Handel mit den Tieren. "Das Fleisch der Krebse schmeckt ähnlich wie Hummer", beschreibt er den Geschmack der Krustentiere.

In Leichlingen hat er dafür einen Abnehmer gefunden: Shadi Rezai, Inhaber des Restaurants Vita Moderna, hat die schmackhafte Köstlichkeit aus dem heimischen Fluss auf seiner mediterranen Karte. "Das ist kein Widerspruch. Wir können die regionalen Produkte für unsere Speisen sehr gut verarbeiten", sagt Rezai. Außerdem stünden Fisch aus regionalen Gewässern, hiesiges Fleisch und Gemüse von örtlichen Bauern für ihn für hohe Qualität. Der Signalkrebs ist in der Wupper derweil kein Exot mehr. Vor vielen Jahren dort ausgesetzt, verdrängt das bis zu 18 Zentimeter lange Schalentier zunehmend den heimischen Edel- und den Steinkrebs. Er wächst schneller, vermehrt sich stärker und ist aggressiver als seine eingeborenen Artgenossen.

Die Bergische Universität in Wuppertal fand heraus, dass heutzutage auf 100 Metern Wupperfluss rund 5000 Krebse leben, die meisten davon importierte Krebsarten. Zwei Jahre lang lief sogar ein Pilotprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen, bei dem Angler verstärkt Signalkrebse aus der Wupper fischen sollten, um den Bestand einzudämmen. Reduziert hat das die Zahl der eingewanderten Krebse offenbar nicht wesentlich. Auch Jörg Heyer hat dabei mitgemacht, sogar über das Projektende hinaus. Mehr als ein Nebenverdienst ist die Krebsfischerei für ihn heute trotzdem nicht.

Krebse sind indes nicht die einzigen Köstlichkeiten, die die Wupper zu bieten hat. 32 Fischarten tummeln sich laut Wupperverband wieder im Fluss, nachdem er in den 1970er und 80er Jahren aufgrund seiner starken Verschmutzung noch weitestgehend fischfrei war. Am Unterlauf von Leichlingen bis zur Mündung in den Rhein in Leverkusen gelten heute Barben als Leitfische mit Lachs, Meerforelle, Hecht und Barsch als Begleitfischarten.

Weiter oben im Flusslauf leben Äschen, Bachforellen, Barben, Döbel, Koppen, Elritzen, Bachschmerlen und Nasen. Speziell die Bachforelle gehört zu den Köstlichkeiten unter den Speisefischen, die Barbe - geschmacklich ein wenig umstritten - war 2003 immerhin Deutschlands Fisch des Jahres.

Quelle: RP
 
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