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Leichlingen
Händler verärgert über Marktabsage

Leichlingen: Händler verärgert über Marktabsage
Markthändler Markus Rompe freut sich über die vielen Unterschriften. Er ist von der Stadt enttäuscht. "Im Winter stehen wir uns die Beine in den Bauch. Und jetzt, in der Saison, werden uns die Verkaufstage gestrichen", sagt er. FOTO: Burbaum
Leichlingen. Weil der Verkauf am Pfingstsamstag gestrichen wurde, haben Händler 436 Unterschriften von Kunden gesammelt. Von Susanne Genath

Mit einer Unterschriftenaktion haben sich Händler auf dem Frische-Markt am vergangenen Samstag an die Besucher gewandt. "Liebe Kunden, sind Sie auch der Meinung, dass der Samstagsmarkt zu oft ausfällt? Wollen Sie auch nicht, dass am 14.5.16 der Markt ausfällt und Sie somit ihren Pfingsteinkauf bei uns nicht erledigen können?", war auf den Zetteln zu lesen. 436 Unterschriften kamen an dem Vormittag zusammen, berichtet der Xantener Obst- und Gemüsehändler Markus Rompe (46).

Grund ist die kurzfristige Marktabsage für den kommenden Pfingstsamstag, an dem in der Blütenstadt das Frühlingsfest gefeiert wird. "Wir sind erst vor gut einer Woche darüber informiert worden", sagt Rompe. Da habe er schon zusätzliche Kräfte über eine Zeitarbeitsfirma bestellt, weil seine polnischen Erntehelfer über Pfingsten alle nach Hause fahren.

"Das Pfingstwochenende ist für mich das verkaufsstärkste im Jahr. "Was mir da an Umsatz fehlt, hole ich an anderen Samstagen nicht mehr herein. Den Spargel muss ich nun mal jetzt verkaufen." Anderen Händlern gehe es ähnlich. Und laut Rompe nehmen die Terminabsagen in Leichlingen wegen anderer Veranstaltungen zu. Dabei ist der Samstagsmarkt als Zusatz zum Mittwochsmarkt erst im März 2014 im Brückerfeld gestartet.

Bürgermeister Frank Steffes hingegen hält die Zahl der Absagen für vertretbar. "Der Markt fällt nur vier Mal im Jahr wegen anderer Veranstaltungen aus", erklärt das Stadtoberhaupt. "Am Blütensamstag, zur Mobilshow, zum Frühlingsfest an Pfingsten und zum Stadtfest." Das Jahr habe noch 48 andere Wochen. Und für Ausfälle durch Feiertage sei die Stadt nicht verantwortlich. Rompe hingegen sieht in der Entwicklung System: "Im ersten Jahr wurden wir noch in die Feste mit eingebunden, im vergangenen Jahr gab es schon zwei Absagen, unter anderem vor Muttertag, und dieses Jahr schon vier.", berichtet er. "So können wir nicht wirtschaftlich planen. Erst recht nicht, wenn uns die Samstage zur Hochsaison gestrichen werden."

Auch Kunde Thomas Burbaum, der auf dem Samstagsmarkt regelmäßig seinen Wocheneinkauf erledigt, ist verärgert. "Warum kann man den Markt nicht verlegen, zum Beispiel auf den Parkplatz am Rathaus oder am Stadtpark?", fragt er. Der Markt sei eine "sehr wichtige, segensreiche Einkaufsmöglichkeit für berufstätige Bürger der Stadt, die keine Möglichkeit haben, ihren Bedarf besonders an frischem Lebensmitteln in guter Qualität auf dem Mittwochsmarkt zu decken", findet Burbaum.

Steffes ärgert sich über die derzeitige Diskussion auch in den sozialen Medien. "Diese Diskussion ist schon mehrfach geführt worden. Immer mit demselben Ergebnis." Den Markt bei anderen Großveranstaltungen an einen anderen Ort zu verlegen, sei schwierig "wegen der Fahrzeuglängen" erklärt er. Aber man suche Alternativstandorte.

"Man kann uns doch in die Veranstaltungen miteinbeziehen", schlägt Markus Rompe vor. "Ein Stadtfest ist doch in der Regel nicht samstagvormittags." Er ist verärgert über die Leichlinger Stadtverwaltung. "Ich habe für den Leichlinger Markt extra einen anderen verlassen. Wenn das so weitergeht, überlege ich mir, ob ich hierbleibe."

Quelle: RP
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