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Leichlingen
Hermann Wirtz - der gemeinsame Urahn

Leichlingen: Hermann Wirtz - der gemeinsame Urahn
Sind neuerdings verwandt (von links): Frank Wader, Melanie Paul, Sebastian Gausauer und Stefan Spieker vor dem "Hermann des Wirths Hauß" an der Gartenstraße. FOTO: Ralph Matzerath
Leichlingen. Bei ihrer Ahnenforschung fanden Frank Wader, Melanie Paul und Sebastian Gansauer heraus, dass sie gemeinsame Vorfahren haben. Ihre Familiengeschichte beginnt an der Gartenstraße - wo es einen weiteren Verwandten gibt. Von Ina Bodenröder

"Plötzlich verwandt" oder "Auf den Spuren unseres Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvaters" könnte das Buch heißen, sollten Frank Wader, Melanie Paul und Sebastian Gansauer sich jemals entschließen, eins zu schreiben. Genug Material dafür hätten sie zusammen.

Jetzt trafen sie sich im Restaurant "Hermann des Wirths Hauß" an der Gartenstraße - dem Ort, wo ihre gemeinsame Familiengeschichte vor mehr als 400 Jahren begann. Denn Hermann Wirtz, geboren im Jahr 1615 und Enkel des ersten Gasthausbesitzers an dieser Stelle, ist der gemeinsame Vorfahr des Trios. Und nicht nur ihrer: Stefan Spieker, aktueller Wirt des Lokales, gehört auch zur Verwandtschaft. Über eine Familienforschungs-Plattform und über den Bergischen Geschichtsverein haben sich die Leichlinger Melanie Paul, Sebastian Gansauer und der Leverkusener Frank Wader kennengelernt, alle gleichermaßen auf der Suche nach ihren Ahnen.

Ende 2015 trafen sie sich zum ersten Mal persönlich und trugen die Ergebnisse ihrer Recherchen zusammen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Melanie Paul blickt auf 13 Generationen, Sebastian Gansauer auf zwölf und Frank Wader auf elf Generationen bis zu ihrem gemeinsamen Vorfahren Hermann Wirtz zurück. Ganz so viele Mitglieder kann die direkte Linie von Stefan Spieker noch nicht aufweisen, der letzte erforschte Vorfahr starb 1856. "Das wollen wir aber gerne fortschreiben", sagten die Hobby-Genealogen.

Das Gebäude, noch heute "Hermann des Wirths Hauß", wurde schon vor 1599 gebaut und ist seither durchgängig im Familienbesitz. Dabei war es nicht immer eine Gaststätte, sondern zwischenzeitlich auch ein Wohnhaus. 1990/91 hat Stefan Spieker es mit seinen drei Geschwistern gekauft. "Wir haben es dann komplett restauriert, sonst wäre es zusammengefallen", erinnerte er sich. Seit 1996 ist er selbst Pächter und Wirt an der Gartenstraße. Die ganze Geschichte der Familie haben Wader, Paul und Gansauer derweil in Stammbüchern, Standesämtern, im hiesigen Stadtarchiv, in Kirchenbüchern und Gerichtsprotokollen recherchiert.

In Leichlingen kam ihnen zugute, dass es ein Familienbuch gibt. Darin sind aus den katholischen und evangelischen Kirchenbüchern die Stammdaten Leichlinger Familien erfasst. "Das hat die Arbeit deutlich leichter gemacht", sagte Melanie Paul.

Doch worin liegt der Reiz, nach mehr als 400 Jahre alten Vorfahren zu suchen? "Wir beschäftigen uns dadurch nicht nur mit den toten, sondern auch mit den lebenden Verwandten", sagte Gansauer mit Blick auf seine beiden "Neu-Großcousins zehnten Grades". Es sei doch wichtig zu wissen, woher man komme, ergänzte Paul, während es für Wader die Detektivarbeit ausmacht: "Es ist toll, was man so alles rauskriegt - vom unehelichen Adeligen bis zum Zuchthäusler."

Quelle: RP
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