| 20.15 Uhr

Leichlingen
Hohe Strafen nach Überfall auf Senioren

Leichlingen: Hohe Strafen nach Überfall auf Senioren
Der Überfall auf das ältere Ehepaar passierte im Stadtteil Dierath. FOTO: U. Miserius
Leichlingen. Am Montag sprach das Kölner Landgericht die Urteile im Prozess gegen vier mutmaßliche Einbrecher. Sie sollen ein älteres Ehepaar in Dierath brutal überfallen haben. Der Haupttäter muss zehn Jahre in Haft. Von Siegfried Grass

Die fünf Angeklagten mussten erst einmal schwer schlucken, als die Staatsanwältin nach ihrer Rede vor Gericht Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren beantragte. Im Prozess gegen die fünf Männer, die am 23. Juni vergangenen Jahres ein älteres Ehepaar in Dierath überfielen, ging es schließlich um schweren Menschenraub, gefährliche Körperverletzung und Einbruchdiebstahl. Ganz so deftig fielen die Strafen zwar nicht aus, wenngleich die Urteile zwischen zwei Jahren und sechs Monaten sowie zehn Jahren lagen.

Inhaltlich folgte die 14. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts den Ausführungen der Anklagebehörde. Die konnte zwar nicht alle Einzelheiten klären, wie die Vorsitzende Richterin in ihrer mündlichen Begründung ausführte. Aber letztlich war es für sie unerheblich, wer von den drei Straftätern den Opfern schwere Körperverletzungen beibrachte. Sie waren am 23. Juni zu morgendlicher Stunde in das Haus der betagten Rentner am Rande Leichlingens eingedrungen, indem sie Sturm schellten. Mit wenig Bargeld und Schmuck im Wert von über 20.000 Euro verließen sie anschließend den Tatort. Über den Verbleib des Diebesgutes gibt es keine Erkenntnisse.

SEK-Einsatz am Bahnhof Schlebusch im Juli 2016 FOTO: Uwe Miserius

Strafen von bis zu zehn Jahren

Die höchste Strafe von zehn Jahren erhielt der 23-Jährige, der schon eine beachtliche "Karriere" als Straftäter hinter sich hatte. Acht Jahre erhielt der 24-jährige Kosovare, der gerade eine Strafe wegen einer ähnlichen Tat abgesessen hatte. Als Wiederholungstäter kurz nach der Entlassung konnte das Gericht nicht mehr gnädig sein. Außerdem war er ja auch noch an der Planung auf einen Überfall eines Geldboten beteiligt, bei dem die Polizei die Täter stellen konnten. Telefonüberwachungen hatte die Ermittler auf die richtige Spur gebracht. Am Bahnhof Schlebusch nahm ein Sondereinsatzkommando der Polizei im Juli vergangenen Jahres dann drei der vier Männer fest.

Auf sieben Jahre und zehn Monaten entschied das Gericht für einen 22-jährigen Mazedonier; sieben Jahre und sechs Monate muss ein 26-jähriger Serbe in Haft. Der Fahrer des Fahrzeugs wurde erst später gefasst, auf ihn wartet ein gesondertes Verfahren.

Gegen den Angeklagten, der zu einer Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt wurde, wurde der Haftbefehl erst einmal aufgehoben. Er durfte das Gericht als einziger als freier Mann verlassen. Er hatte das Fahrzeug angemietet, war an dem verhängnisvollen Einbruch allerdings nicht direkt beteiligt.

Tat war geplant

Die Richterin wies in ihrer Urteilsbegründung noch einmal auf die Schwere der Tat hin; mindestens fünfzig Minuten waren die Männer im Haus und suchten einen zweiten Safe, nachdem sie im ersten nur wenig Bargeld und Schmuck fanden. Weil es den nicht gab, bedrängten sie mit Drohungen und Körperverletzungen die alten Leute.

Eindeutig geplant war die Tat, weil sich die Fünf vorher informiert und konkret zur Tat verabredet hatten. Tags zuvor hatten sie sich Kabelbinder und Klebeband in einem Leverkusener Baumarkt besorgt, was ihnen die Polizei nachweisen konnte.

Quelle: RP