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Leichlingen
Hüttebräucker-Busse sollen 100 Jahre fahren

Leichlingen: Hüttebräucker-Busse sollen 100 Jahre fahren
Die Brüder Rainer (l.) und Udo Hüttebräucker leiten den Verkehrsbetrieb in Leichlingen. Sie haben 25 Mitarbeiter. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Traditionsfirma blickt zurück in schwierigen Zeiten des Konkurrenzkampfes zwischen privaten und öffentlichen Verkehrsbetrieben. Von Ina Bodenröder

In dritter Generation führen Rainer (59) und Udo (57) Hüttebräucker den gleichnamigen Leichlinger Verkehrsbetrieb in Unterschmitte. Dieser Tage wird das Unternehmen 90 Jahre alt. Ob es irgendwann an eine vierte Generation übergehen wird, lässt sich derzeit nicht voraussagen. "Ich lehne es ab, diesen Anspruch an die Kinder zu stellen. Entweder sie machen es freiwillig oder gar nicht. Wer gezwungen wird, kann keine unternehmerischen Impulse setzen", sagt Geschäftsführer Rainer Hüttebräucker.

Sein Bruder Udo habe immer vorgehabt, in die Firma einzutreten, er selbst auch, allerdings nicht so früh, wie es der Tod seines Vaters Kurt 1980 mit sich brachte. An unternehmerischen Ideen und Entscheidungen, die die Verkehrsbetriebe Hüttebräucker mit 25 Mitarbeitern heute solide dastehen lassen, hat es in den Jahren nicht gemangelt.

Eine Szene aus dem Familienalbum der Hüttebräuckers: Am alten Busbahnhof warten Passantinnen auf die Weiterfahrt. FOTO: privat

Die Ursprünge der Firma liegen an der Hochstraße, wo Eugen Hüttebräucker 1925 eine Auto- und Motorreparaturwerkstatt eröffnete. Ein Abschleppwagen wurde damals zum Urahn des heutigen Wagenparks, rüstete ihn der Gründer aufgrund der Nachfrage doch einfach zum Omnibus um. Auch nach dem Krieg ging es innovativ weiter: Damals bastelte die Belegschaft das Wrack eines Wehrmacht-Transporters zu einem Bus um. 1948 schließlich setzte Hüttebräucker drei Busse im Linienverkehr ein. "Wir haben in all den Jahren unsere Dienstleistungen immer an den Markt angepasst", erzählt Rainer Hüttebräucker. Ein Reisebüro, 1951 gegründet, wurde im Laufe der Jahre ebenso verkauft wie eine Tankstelle, die Großvater Eugen als Altersbeschäftigung am späteren Firmensitz in Unterschmitte unterhielt.

Stattdessen konzentriert sich der Verkehrsbetrieb Hüttebräucker heute auf die Ausbildung in der eigenen Betriebsfahrschule, auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), den Schüler- und den Anmietverkehr. Die Firma beteiligt sich intensiv an der Nahverkehrsplanung des Rheinisch-Bergischen Kreises und der Stadt Leverkusen und ist Mitglied im Verkehrsverbund Rhein-Sieg mit insgesamt 240 Fahrzeugen.

So sahen die ersten Hüttebräucker-Busse nach dem Zweiten Weltkrieg aus.

"Damit sind wir auch im ÖPNV wettbewerbsfähig", betont Rainer Hüttebräucker. Den Auftragsverkehr wie für die Stadtwerke Solingen würde das Unternehmen zukünftig gerne ausbauen. "Vor allem aber möchten wir neue Linien im Rahmen fairer Wettbewerbsverfahren gewinnen", sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Konkurrenz zwischen privaten und öffentlichen Verkehrsunternehmen. Ein persönliches Ziel haben die Brüder, die für ihre Sportvereine gelegentlich auch selbst die Busse steuern, indes auch: "Wir würden gerne mit unserem Verkehrsbetrieb die 100-Jahre-Marke reißen."

Quelle: RP
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