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Leichlingen
Hundekot: Stadt will wieder Knöllchen schreiben

Leichlingen: Hundekot: Stadt will wieder Knöllchen schreiben
Solche unappetittlichen "Tretminen" finden sich zuhauf in den Grünanlagen im Stadtgebiet. Wer erwischt wird, muss jetzt wieder mit Strafen rechnen. FOTO: dpa
Leichlingen. Krankheitsfälle im Ordnungsamt hatten dazu geführt, das monatelang keine Strafzettel ausgestellt werden konnten. Von Peter Korn

Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf Straßen, Bürgersteigen und Grünflächen nicht beseitigen, müssen sich darauf einstellen, künftig wieder zur Kasse gebeten zu werden.

Die Stadt Leichlingen teilte gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass in Kürze wieder Kontrollgänge im Stadtgebiet durchgeführt würden. Bis zu 35 Euro können fällig werden, wenn jemand anfallenden Hundekot nicht gleich mitnimmt, sondern einfach liegen lässt.

Dass die Zahl solcher "Tretminen" im Stadtgebiet zuletzt wieder deutlich zugenommen hat, beklagen inzwischen auch immer mehr Hundebesitzer, die sich über die schwarzen Schafe massiv ärgern.

Einer von denen, die das Häufchen ihres Hundes brav entsorgen und sich über die Gedankenlosigkeit vieler anderer aufregen, ist der Witzheldener Franz Jung. Er beklagte gestern: "Die Ränder von Wegen, Wiesen und Straßen sind stellenweise dermaßen durch Hundekot versaut, dass Fußgänger, hier im besonderen Kinder, die Seitenstreifen nicht mehr begehen können, ohne mit stinkenden und verdreckten Schuhen nach Hause zu kommen." Rund um Schulen und Kindergärten lägen "Tretminen" häufig sogar in unmittelbarer Nähe von Beutelspendern und Abfallbehältern.

"Wenn ich an die anstehende Säuberungsaktion in Witzhelden denke, wird mir ganz schlecht", sagt Jung: "Sollen die Kindergarten- und Schulkinder wirklich durch die Grünstreifen laufen und dort zwischen Hundehaufen nach Müll suchen?"

Er hat sogar schon den Verdacht, "dass auch aus diesem Grund die übergeordnete Pflege der Straßenränder sehr verhalten ausfällt. Es ist den Mitarbeitern des Bauhofs nicht zuzumuten, mit ihren Schuhen und den Mähwerkzeugen durch die verdreckten Grünstreifen zu laufen", argwöhnt Jung.

Da widerspricht Ute Gerhards, die Sprecherin der Leichlinger Stadtverwaltung, deutlich: "Solche Zustände sind für unsere Bauhof-Mitarbeiter leider Tagesgeschäft", sagt sie. Die Zahl der Einsätze bleibe die gleiche, nur dass die Mitarbeiter inzwischen mit Gesichtsschutz den Rasen in den Parkanlagen mähen, "weil ihnen ansonsten die Häufchen um die Ohren fliegen".

Das Kinder- und Jugendparlament hatte zuletzt 2013 vom Ordnungsamt gefordert, stärker gegen Hundebesitzer vorzugehen, die den Kot ihrer Tiere einfach auf Wiesen und Wegen liegen lassen.

Die Stadt hatte dafür sogar Personal eingestellt, musste nach eigener Aussage die Kontrollgänge zuletzt jedoch einstellen, weil sie bedingt durch Krankheitsfälle nicht mehr umzusetzen gewesen seien. Das soll nun wieder anders werden: "Wir werden die Kontrollen umgehend wieder aufnehmen", kündigte Ute Gerhards gestern an. Gleichzeitig lobte sie die vielen Hundebesitzer, die die Beutelspender in den Grünanlagen nutzen und die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entfernen: "Nur leider", fügt die Stadtsprecherin hinzu, " gibt es offenbar immer noch genauso viele, denen das alles gleichgültig ist".

Quelle: RP
 
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