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Leichlingen
"Ich vernetze Menschen miteinander"

Leichlingen: "Ich vernetze Menschen miteinander"
Hilde Cordes ist gespannt darauf, wie sich ihr neues Projekt, das Quartierstreff an der Gartenstraße entwickeln wird. Sie ist die neue Quartiersmanagerin, bezeichnet sich aber lieber als Entwicklerin, denn als Managerin. FOTO: uwe Miserius
Leichlingen. Hilde Cordes (57) ist Leichlingens neue Quartiersmanagerin. Sie will Nachbarschaft in der Blütenstadt stärken. Von Cristina Segovia-Buendía

Im hohen Alter mit Behinderung oder Demenz alleine zu leben und trotzdem gut versorgt zu sein und an der Gemeinschaft teilzuhaben, das ist das erklärte Ziel von Leichlingens neuer Quartiersmanagerin Hilde Cordes. Dafür will die 57-jährige Sozialpädagogin die Menschen zusammenbringen.

Sie wohnt in Solingen, "lebt" aber nach eigenen Angaben in Leichlingen: Seit zehn Jahren arbeitet Cordes im Altenzentrum Hasensprungmühle und ist etwa auch sehr aktiv im Demenzcafé. Das Wohl der älteren Menschen liegt ihr am Herzen, und sie weiß, "keiner verlässt freiwillig sein Zuhause, um in einem Pflegeheim zu wohnen."

Längeres Leben in den eigenen vier Wänden lässt sich nur durch eine gesellschaftliche Wandlung ermöglichen, ist Cordes überzeugt. Ein Wandel, der aber aktiv gestaltet werden muss, betont sie: "Das Ganze muss vernünftig organisiert werden, aber es wäre gut, wenn es bürgerschaftlich organisiert wird." Aus diesem Grund sieht sich die neue Quartiersmanagerin auch nicht als "Managerin" sondern mehr als "Entwicklerin". Sie möchte steuern und leiten, wachsen soll das Ganze aber aus der Bevölkerung heraus.

Dafür müssen sich Menschen wieder etwas näher kommen: An der Gartenstraße 4 entsteht deshalb zurzeit das "Leichlinger Quartierstreff", ein zentraler Ort mitten in der Innenstadt, wo alle Bürger - egal ob Jung oder Alt, Mann oder Frau - zusammenkommen sollen. Es wird Cordes' Zentrale sein, wo sie alle Fäden ihres breitgefächerten Netzwerkes (sie nimmt Kontakt zu sämtlichen Organisationen und Initiativen auf) bündeln will. Konkrete Projekte gibt es noch nicht, dafür aber viele Ideen, die der Sozialpädagogin im Kopf herumschwirren: "In anderen Städten gibt es schon länger ein Quartiersmanagement, und dort laufen dann beispielsweise Aktionen, wo junge Leuten den Senioren erklären, wie man ein Handy bedient, und umgekehrt zeigen die Senioren der Jugend vielleicht noch, wie man alte Sachen repariert." Bei solchen oder ähnlichen generationenübergreifenden Aktionen sollen sich die Nachbarn kennenlernen. Denn wenn man sich kennen- und schätzen lernt, übernimmt man auch lieber Verantwortung füreinander, sagt die 57-Jährige.

Die ältere Nachbarin könnte kurz das Kind im Blick haben, während die Mutter einkaufen geht und der älteren Dame gleich einige Besorgungen mitbringt oder auch einfach nur "ein Auge aufeinander werfen und stutzig werden, wenn die ältere Dame von nebenan das Rollo auch am späten Nachmittag noch nicht hochgezogen hat", sagt Cordes. Aufgaben eben, die früher in Großfamilien üblich waren.

Dass sich überwiegend ältere Menschen im Quartierstreff finden werden, denn jüngere, davon geht die 57-Jährige nicht aus: "Ich vertraue darauf, dass sich auch Menschen mittleren Alters beteiligen, deren Kinder vielleicht schon aus dem Haus sind, die aber selbst noch nicht so alt sind, aber Interesse daran haben, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und dafür im Alter so lange wie möglich selbstbestimmt zu leben." Um die Jugend mit ins Boot zu holen, wird Cordes auch den Kontakt zu Kinder- und Jugendzentren suchen. "Nur wenn sich auch Kinder und Jugendliche daran beteiligen, wird das Projekt lebendig." Die 57-Jährige freut sich schon sehr auf ihre neue Tätigkeit. Ihre alten Projekte, wie etwa das Demenzcafé, wird sie weiter betreuen, jetzt aber hauptsächlich als Quartiersmanagerin tätig sein. "Ich bin sehr gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird."

Quelle: RP
 
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