| 17.26 Uhr

Leichlingen
Im Sinneswald kann man die Zukunft erwandern

Die Zukunft im SinnesWald
Die Zukunft im SinnesWald FOTO: Miserius, Uwe
Leichlingen. Was bringt uns die Zukunft? Bringt sie Positives und lässt sie Träume in Erfüllung gehen oder besteht Anlass zur Sorge, weil Phänomene wie der Klimawandel bedrohlich werden und Lebensräume gefährden? Auch einen paradiesischen Rückzugsort wie den SinnesWald im Murbachtal, wo sich 90 Bildende Künstler kreativ mit dem Thema Zukunft beschäftigten? Von Monika Klein

Am Sonntag wird die diesjährige Open Air-Ausstellung eröffnet, bei guten Wetteraussichten. So dient die große steinerne Welle, die Birgit Bayer auf eine der Inseln im Teich gesetzt hat, zunächst einmal als Anregung, sich über die Auswirkungen menschlichen Handelns Gedanken zu machen. Kritisch oder gar pessimistisch ist auch die Aussage mehrerer anderer Künstler, die in ihren Arbeiten deutlich auf Umweltverschmutzung, fortschreitende Digitalisierung oder die Bedrohung des Friedens hinweisen.

Wird unser Erdapfel zum Erdabfall? Das fragte sich Hartmut Hegener, der letztes Jahr mit dem Besucherpreis ausgezeichnet wurde, und modellierte zwei große steinerne Äpfel mit den Umrissen der Kontinente - einer ist intakt, der andere weitgehend abgegessen.
Anne Rose ließ eine Friedenstaube Löcher in einen Globus picken, oder Michael Sattlegger hat zwei hohle Metallformen der Digitalzeichen 1 und 0 mit Büchern gefüllt, die es bald nur noch in virtueller Form gibt. Diese Arbeit steht auf der vorderen Wiese im Schatten der Kastanie, die als Setzling aus Goethes Garten importiert wurde und an der nun 100 Zettel "wachsen". Es sind die Antworten von Menschen aller Altersgruppen, die Mechthild Hartmann-Schäfers zu ihren Wünschen für die Zukunft befragte.

Es gibt kunsthistorische Bezüge wie die kantige Figur von Hans-Achim Wagner, die sich auf Rodins "Das eherne Zeitalter" bezieht. An Munchs "Der Schrei" erinnert ein Fotobanner von Bastian Kotte hoch oben im großen Steinbruch. Und es gibt durchaus humorvolle Arbeiten wie die von Peter Berth, der die SinnesWald-Eigentümer Braun und Brudes im Jahr 2050 zeichnete und kommentierte: "Wicze wie immer, Wolfgang mit Stock".

Märchenhaft ist beispielsweise die zauberhafte Figur "der Fliegende Robert" aus dem Struwwelpeter, die Theo Hüntemann auf eine hohe Stele gestellt hat. Dirk Balke ließ sich von der griechischen Mythologie inspirieren und setzte einen weiß bandagierten und gehörnten Actaeon auf die Insel, der seine Zukunft verspielte, weil er die nackte Göttin der Jagd beim Bade beobachtete. Versteckt im Grün lassen sich hinter ihm echte Entenpaare nicht beim Brutgeschäft stören. Besucher können während des Rundgangs ausspannen auf einer Skulpturen-Liege oder ein wenig auf der großen Schaukel träumen. Außer Künstlern der Region beteiligten sich auch Viertklässler der Katholischen Grundschule Leichlingen und des Solinger Berufskollegs.

Zur Eröffnung am Sonntag gibt es eine Tombola (Los zwei Euro), deren Erlös für den Förderverein bestimmt ist. Verlost werden soll ein Kunstwerk von Gisela Osenberg.
Außerdem wird wieder ein Publikumsliebling ermittelt, Besucher können ihr Votum im Briefkasten hinterlassen oder auf der Internetseite www.sinneswald.net.

 

 
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