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Leichlingen
Immer mehr Frauen wollen zur Feuerwehr

Leichlingen: Immer mehr Frauen wollen zur Feuerwehr
Lange Zeit war Tessa Mainka das einzige weibliche Mitglied der Leichlinger Feuerwehr. Jetzt kommen fünf weitere Frauen hinzu. FOTO: uwe miserius
Leichlingen. Die Freiwillige Feuerwehr in Leichlingen sucht Männer und Frauen, die sich ehrenamtlich in ihren Reihen engagieren. Ihre Bemühungen zeigen erste Erfolge. Der Frauenanteil steigert sich um mehr als 45 Prozent - von elf auf 16. Von Ina Bodenröder

Das Thema steht schon lange auf der städtischen Agenda, denn: Könnte die Leichlinger Feuerwehr ihre Einsatzzeiten und -stärken mit derzeit 140 Leuten nicht mehr einhalten, würde ihr die Umwandlung in eine Berufsfeuerwehr drohen.

Eine, die entschieden hat, sich nicht nur ehrenamtlich zu engagieren, sondern ihre Aktivitäten bei der Feuerwehr sogar zum Beruf zu machen, ist Tessa Mainka. Die 35-Jährige ist seit gut einem Jahr neben Andreas Hartwig die zweite hauptamtliche Gerätewartin bei der Feuerwehr, angestellt beim hiesigen Ordnungsamt.

In dieser Funktion ist sie zumindest in der Region ein Unikat: "Ich kenne hier in der Umgebung keine andere Frau, die das macht", sagt Mainka. Die einzige Frau ist sie unter den 140 Leichlinger Feuerwehrleuten allerdings nicht. 16 sind es derzeit im Stadtgebiet, und davon allein in diesem Jahr fünf neue. Das dauerhafte Werben der Leichlinger - zum Beispiel mit der eigenen Aktion "Einsteigen" im Rahmen der Landeskampagne "Für mich. Für alle." - scheint allmählich Früchte zu tragen.

Während das neue Gerätehaus des Löschzuges 4 in Witzhelden schon für Frauen in der Wehr eingerichtet wurde, steht dasselbe im Gebäude des Löschzuges 1 am Wallgraben gerade an: Es erhält eine separate Damenumkleide.

Den Wechsel von ihrem ehemaligen Beruf als Erzieherin in der Kindertagesstätte Förstchen hat Tessa Mainka tatsächlich nie bereut: "Hier gibt es immer gut zu tun und es ist nie langweilig", erzählt die Brandmeisterin, die seit sieben Jahren bei der Feuerwehr ist.

Außerdem sei es perfekt, das Hobby zum Beruf machen zu können. "Ehrenamtlich bis zu 1000 Stunden im Jahr zu leisten neben einem anderen Beruf, ist schon anstrengend", sagt Mainka, deren Ehemann Stephan praktischerweise nicht nur ihr Hobby in der Leichlinger Wehr teilt, sondern auch noch hauptberuflich Feuerwehrmann ist.

Auf freiwilliger Basis wäre es zudem kaum noch zu schaffen, die Werkstätten der Feuerwehr zu betreiben. Denn zuständig sind die Gerätewarte für alle Gerätschaften, die die Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen nutzen - vom Strahlrohr über die Schläuche, Leitern und Atemschutzgeräte bis hin zu den Feuerwehrautos, die zur Reparatur oder zum TÜV gefahren werden müssen.

Und die Arbeit wird von Jahr zu Jahr mehr - mehr Dokumentationen, mehr Prüfungen, mehr Regelungen. Mit Formularen hat Tessa Mainka derweil nichts zu tun, wenn tagsüber ein Notruf eingeht: Dann ist die 35-Jährige immer mit im Einsatz, fährt bei allen Leichlinger Feuerlöschzügen mit.

Das kommt nicht selten vor: In diesem Jahr wurden die ehrenamtlichen Feuerwehrleute der Blütenstadt schon zu 240 Einsätzen gerufen.

Quelle: RP
 
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