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Leichlingen
Industriepfad soll Blütenstadt einbinden

Leichlingen: Industriepfad soll Blütenstadt einbinden
2015: Die Eichenstempel der Kupferhämmer wurden restauriert und stehen gut sichtbar vor der Hauptschule "Am Hammer". FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Zum 300. Jahrestag der ersten Kupferhämmer von Leichlingen regt Siegfried Lutz von der FDP eine Veranstaltungsreihe und die Anbindung der Blütenstadt an den rheinischen Industriepfad an. Der Antrag wird begrüßt, kommt aber spät. Von Gundhild Tillmanns

Wenn heutzutage in Leichlingen von der Wupper gesprochen wird, dann geht es um den Naturschutz und die Freizeitmöglichkeiten an dem idyllischen Fluss. Das war ganz anders, erinnert sich Siegfried Lutz. Leichlingen war nicht immer eine "Schlafstadt", sie war ein Ort mit blühender Industrie: Und daran soll erinnert werden, meint Lutz und mit ihm die FDP. Die stellt jetzt nämlich den Antrag an die Stadt, zum Gedenken an die Industriekultur in Leichlingen eine Veranstaltungsreihe zu planen.

Mit Ausstellungen und Vorträgen könnte nach Auffassung von Siegfried Lutz die industrielle Gründerzeit der Blütenstadt aufgearbeitet werden. Und dafür gibt es auch einen Anlass, nämlich den 300. Jahrestag der Hackschen Hämmer, als der Bankier Wilhelm Hack in der Nähe des Schlosses Eicherhof zwei Kupferhämmer aufbaute.

Die FDP stellt sich sogar vor, Leichlingen in den offiziellen Industriepfad aufzunehmen, der von Düsseldorf-Gerresheim bis Köln eingerichtet werden soll. Lutz meint, Leichlingen sei es durchaus wert, mit seinen Industriedenkmälern in diese Route eingebunden zu werden.

Bei Stadtarchivar Dr. Thorsten Schulz-Walden und Stadtsprecherin Ute Gerhards stieß die Idee der FDP gestern zwar auf positive Resonanz. Einzig: Der Antrag kommt etwas spät, das Gedenkjahr ist schon halb herum. Im Rathaus gebe es aber keine freien Kapazitäten, jetzt noch eine Veranstaltungsreihe zu organisieren, bedauert Gerhards. Aber Lutz hat ohnehin schon vorgeschlagen, auch unabhängig von dem Gedenkjahr an die Industriehochblüte Leichlingens zu erinnern.

Im Leiter des Stadtarchivs wird die FDP dazu den kompetenten Partner finden. So "zauberte" Schulz-Walden gestern auf Anhieb Bild- und Textmaterial über Leichlingens Industriegeschichte hervor: "1715 erbaute der Kölner Bankier Wilhelm Hack (1678 - 1758) an der Wupper in Leichlingen auf dem Gelände des heutigen Schulzentrums zwei Hämmer, um Münzrohlinge (Münzplättchen) für die Münze in Düsseldorf schlagen zu lassen. 1740 war die Anlage auf acht Hämmer angewachsen. Die mit der Wasserkraft der Wupper angetriebenen Hämmer waren bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Betrieb. "Mit dem Einzug Napoleons wurden sie endgültig stillgelegt und verfielen", zitiert der Stadtarchivar aus den historischen Quellen.

Deshalb gehe der Straßenname "Am Hammer" auf die zwei Kupferhämmer zurück, die der Kölner Bankier Hack in Leichlingen betrieb. Unter Hinweis auf diese Historie regt Siegfried Lutz deshalb auch an, in den Düsseldorfer Archiven und Museen zu forschen, ob es noch Relikte aus dieser Zeit der Industriepartnerschaft gibt: vielleicht alte Schriften oder Münzen. "Bei Ausschachtungsarbeiten für die Hauptschule konnten die Fundamente der Hämmer freigelegt werden, die heute nahe des Schulzentrums besichtigt werden können", sagt der Archivar.

Quelle: RP
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