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Leichlingen
Innenstadt: Politik folgt Vorstoß des Investors

Leichlingen: Innenstadt: Politik folgt Vorstoß des Investors
Der Kaufpark und die Wupper aus der Luft. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Zwei Tage vor der entscheidenden Sitzung des Leichlinger Stadtrats gestern Abend hatte es noch ein Krisengespräch zur Weiterentwicklung der Leichlinger Innenstadt zwischen Investor Philip Kiefer, den Vorsitzenden der Ratsfraktionen, dem Bürgermeister sowie dem Wirtschaftsförderungsverein, der Stadtpark-Bürgerinitiative und der IHK gegeben. Ergebnis: gleich Null. Von Peter Korn

Und so standen sich gestern Abend zwei Positionen hinsichtlich einer Bürgerbefragung zur Umgestaltung der City gegenüber: Auf der einen Seite der insbesondere von der Leichlinger CDU getragene Vorschlag, dass die Bürger auch darüber abstimmen sollten, den bisherigen Kaufpark auf dem derzeitigen Gelände inklusive Tankstelle in moderner Form neu zu errichten - der Wupper zugewandt und gegebenenfalls mit Promenade und Café veredelt.

Auf der anderen Seite Kiefer, der beim Krisentreffen deutlich gemacht hatte, dass er in einem solchen Fall eine Bauvoranfrage für das bestehende Gelände durchziehen werde, die keinerlei Öffnung zur Wupper beinhalte und quasi den bisherigen Status zementiere. Sollte es so kommen, wären der Stadt die Hände gebunden - alle Pläne zur Aufwertung der Innenstadt wären damit hinfällig.

Gestern nun schob Kiefer einen eigenen Vorschlag nach. Der sieht folgende Formulierung vor: "Auf dem Kaufparkgelände erfolgt nach Abriss von Kaufpark und Tankstelle eine Öffnung zur Wupper." Dann gibt es die Alternativen: "Es kann der alte Stadtpark am Busbahnhof bebaut werden." Oder: " Es kann der neue Stadtpark am derzeitigen Rathaus bebaut werden." Jeden Hinweis auf Promenade oder Café hatte sich der Investor ausdrücklich verbeten - denn das hält er auf der zur Verfügung stehenden Fläche nicht für darstellbar.

Die SPD und eine klare Mehrheit der Ratsmitglieder schlossen sich diesem Vorschlag an - "auch um dem Investor zu signalisieren, dass wir nicht gegen ihn arbeiten", deutete SPD-Fraktionschef Matthias Ebecke an. Die CDU beantragte eine Beratungspause und verkündete dann, bei ihrer ursprünglichen Forderung bleiben zu wollen, schließlich seien sich alle Politiker nach dem Krisengespräch darüber einig gewesen. UWG und BWL konterten, da sei der Kiefer-Vorschlag ja auch noch nicht bekannt gewesen. Jetzt etwas zu beschließen, dass der Investor nicht will und jederzeit torpedieren kann, sei dem Bürger gegenüber schlichtweg unehrlich und würde die geplante Befragung zu einer Farce machen, skizzierte UWG- Fraktionschef Hermann Terjung.

Die Grünen wollten zu einer Formulierung zurück, die nur noch nach zur Bebauung infrage kommenden Flächen fragt und jegliche Art der möglichen Bebauung heraus lässt.

Die CDU schloss sich dem zwar auch an, konnte damit aber keinerlei Mehrheit für diesen Vorschlag herstellen.

Die Kiefer-Variante setzte sich durch. Zur Erläuterung, um welche Flächen es sich bei der Bürgerbefragung handelt, soll ein Luftbild auf dem Abstimmungszettel dargestellt werden.Die Befragung selbst soll noch im Herbst diesen Jahres stattfinden. Sowohl Politik als auch Verwaltung wollen sich an das Votum der Bürger halten.

Quelle: RP
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