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Leichlingen
Innenstadt: Rewe droht mit Abgang

Leichlingen: Innenstadt: Rewe droht mit Abgang
Wie das Gelände mit Rewe und Tankstelle künftig einen Vollsortimenter beherbergen und zur Wupper geöffnet werden kann, das soll nun beratschlagt werden. FOTO: Uwe Miserius (Archiv)
Leichlingen. Der Konzern gibt den Standort an der Neukirchener Straße auf, wenn es nicht bald Beschlüsse in seinem Sinne gibt. Von Roman Zilles

Seit rund fünf Jahren Jahren wird in der Stadt für und gegen Projekte und Pläne für die Innenstadt gekämpft. Nun aber wird der Druck auf alle Akteure in Politik und Stadtverwaltung erhöht, eine rasche Lösung zu finden, wie an der Neukirchener Straße ein Vollsortimenter angesiedelt werden kann. Denn Rewe droht offenbar mit Abschied. Bürgermeister Frank Steffes und Investor Philipp Kiefer berichteten im Ausschuss für Stadtentwicklung, dass der Handelskonzern angekündigt habe, den Rewe-Kaufpark-Standort am Wupperufer aufzugeben. Dort laufe der Mietvertrag am Jahresende aus.

"Sie wollen gehen, weil eshier seit Jahren keine Entscheidung zu dem Thema gibt. So etwas habe man noch in keiner anderen Stadt erlebt", sagte Kiefer über das Gespräch mit einem Rewe-Verantwortlichen und ergänzte: "Wenn Rewe einen Standort aufgibt, dann ist er tot für Rewe." In Stein gemeißelt sei der Auszug aber nicht. Dem Unternehmen gehe es darum, "ein Signal, eine Perspektive zu bekommen" (Steffes), wie es in Leichlingen weitergehen könne. Kiefer bekräftigte, es gehe Rewe weniger um Signale als um "Beschlüsse" im Sinne des Konzern, die in absehbarer Zeit umgesetzt werden können.

Was sich das Unternehmen vorstellt, das skizzierte Andrea Murauer, Leiterin des städtischen Fachbereichs Bauen und Wohnen: Zwischen 2000 und 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche müssten es schon sein. Und diese sollten sich nicht über mehrere Etagen, sondern möglichst komplett ebenerdig erstrecken. Hinzu kämen Flächen für Lager, Anlieferung oder Abfall sowie weitere Einkaufsbereiche wie eine Bäckerei. Dies alles auf Kiefers Gelände, auf dem neben Rewe-Kaufpark die Aral-Tankstelle angesiedelt ist, zu realisieren, sei "eine große Herausforderung" (Murauer), aber "wenn man die Parkplätze auf dem Obergeschoss unterbringt, würde es gehen", sagte Kiefer, der ankündigte, von sich aus keine weiteren Projekte und Pläne mehr vorzustellen: "Denn dazu haben wir jetzt keine Zeit mehr."

Der Ausschuss rang sich schließlich zum Entschluss durch, dass die Verwaltung mit Kiefer über die Realisierung eines Vollsortimenters auf dessen Grundstück verhandelt. Parallel dazu soll geprüft werden, ob beziehungsweise wie ein solcher Groß-Supermarkt auf dem Gelände von Rathaus samt Parkplatz und Ärztehaus angesiedelt werden könnte. Zudem soll die Möglichkeit eines dezentralen Rathaus geprüft werden; sprich: ob sich die Stadtverwaltung künftig auf mehrere Standorten verteilen könnte.

Letzteres hatte Steffes im Zuge der Diskussion zu dem Tagesordnungspunkt angeregt. Diese war nur sehr bedingt geeignet, bei Beobachtern Optimismus zu schüren, dass die Beteiligten zu einer raschen und für alle zufriedenstellenden Lösung kommen. Denn lange hatten sich die Ausschussmitglieder zuvor im Kreise gedreht bei den Fragen, ob das (mittelfristig sanierungsbedürftige) Rathaus mit in die aktuellen Planungen einzubeziehen und wie eine von vielen Bürgern gewünschte Öffnung zur Wupper hinzubekommen ist. Mit viel Eifer, aber immer weniger sachdienlichen Beiträgen mit Neuigkeitswert diskutierten sie zwei Stunden zu dem Thema. Einigkeit bestand immerhin von Beginn an, dass das Votum der Bürgerbefragung, die Stadtparks nicht zu bebauen, zu respektieren sei.

Quelle: RP
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