| 13.10 Uhr
Leichlingen
Inventur in allen Wachen
Leichlingen. Materialistisch betrachtet, besteht die Freiwillige Feuerwehr Leichlingens aus rund 8000 Gegenständen. Diese werden derzeit alle aufgelistet und bewertet – damit die Summe bald in die städtische Bilanz einfließen kann. Von Roman Zilles

Wie viel ist die Freiwillige Feuerwehr wert? Ideell sind die lebensrettenden Einsätze natürlich unbezahlbar. Aber voraussichtlich Anfang nächsten Jahres wird eine Zahl vorliegen, die besagt, wie wertvoll die Wehr von der materialistischen Seite aus ist.

Im Rahmen der Umstellung des kommunalen Finanzsystems – von der Kameralistik zur doppelten Buchführung – läuft die Bestandsaufnahme. Alle Besitztümer der Stadt müssen in die zu erstellenden Bilanzen einfließen: Straßen, Gebäude, Fahrzeuge, Schuleinrichtungen oder eben alle Einzelheiten der Feuerwehr: sämtliche Schläuche über 78 Sprechfunkgeräte bis zu den 19 Einsatzwagen samt Ausrüstung.

Ob das "C-Hohlstrahlrohr" für 230 Euro bis zum "hydraulischen Rettungsgerät mit Zange und Spreizer" für 20 000 Euro: "Alle Gegenstände werden mit einem Strichcode-Aufkleber versehen, eingelesen und in einer Datenbank festgehalten", sagt Michael Scholz, der als einer der "Informatiker" die groß angelegte Inventur bei der Feuerwehr betreut. Seit den Sommerferien werden die Gegenstände aufgenommen.

Aber in den Wintermonaten soll die Bestandsaufnahme intensiviert werden. Drei bis vier Mal pro Woche treffen sich Vertreter von Stadt und Wehr. Dabei ist allerdings immer Vorsicht geboten. Denn anders als Schulen, die nach Unterrichtsende einfach loszählen konnten, "können wir die Fahrzeuge nie komplett entladen. Schließlich ist immer mit einem Einsatz zu rechnen", so Stadtmitarbeiter Sebastian Scholze.

Derzeit wird noch die Wache am Wallgraben "erfasst", dann sollen Oberschmitte und Witzhelden sowie Metzholz folgen. Insgesamt werde die Liste am Ende etwa 8000 Gegenstände umfassen. "Sehr hilfreich ist, dass wir einen Großteil unseres Bestands schon vorher erfasst hatten", sagt Wehrleiter Horst Schmidtberg. Allerdings finden sich in diesen Listen keine Angaben über Alter, Zustand und Wert der Sachen.

Diese gelte es bei den gut 4000 bereits erfassten Dingen (im Wesentlichen handelt es dabei um die Ausstattung der Fahrzeuge) nun zu ergänzen. Gegenstände wie Kleidungsstücke sowie die Ausstattung der Werkstätten und der Ersatzteillager fehlen dagegen bislang vollständig in den Listen. Zwischen 600 und 800 Arbeitsstunden werde die Inventur verschlingen, schätzt Michael Scholz. Aber profitieren sollen beide Seiten – Stadt und Wehr – von der Fleißarbeit. So erleichtere eine vollständige Datenbank etwa die "Verwaltung" der Wartungsarbeiten (z. B. bei Funkgeräten und Atemschutzmasken).

Quelle: RP
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