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Leichlingen
Kantorei-Bläser: Top-Konzert plus reinrassiger Jazz

Leichlingen. Vorsicht Kanzel! Vermutlich herrscht bei den nächsten Konzerten Helmpflicht oder die bemalte Verzierung unter der Kanzel muss mit gestreiftem Warnband gekennzeichnet werden, wenn der Chorraum der evangelischen Kirche voll besetzt ist mit Musikern. Von Monika Klein

Das war nämlich beim Herbstkonzert der Kantorei-Bläser der Fall, wo neben den alten Hasen auch die jungen Nachwuchsinstrumentalisten mitspielen durften. Das Programm ging unfallfrei zu Ende, nicht zuletzt dank des aufmerksamen Publikums, das bei Platzwechseln an die harte bergische Eiche erinnerten. Musikalisch waren ohnehin keine Unfälle zu befürchten, ganz im Gegenteil. Matthias Müller, der mitunter selbst auf der Posaune mitspielte und dann die Leitung an seinen Gast übergab, hatte die Leichlinger Bläser bestens vorbereitet. Auch mit neueren Arrangements geistlicher Lieder, aber dieses Mal überwog Musik im swingenden Bigband-Sound. So schon zur Eröffnung Richard Roblees Suite "Jubilee", deren Titel als Motto über dieser klingenden Therapie mit Rhythm and Blues gegen mentalen Herbst-Blues stand. Einem festlichen Eingangssatz, in dem kurz die einzelnen Stimmgruppen vorgestellt wurden, folgte ein meditativ-ruhiger Rückblick, und zum Abschluss ein schwingendes "Going Forward" im Stile der US-Marchin-Bands mit Lied auf den Lippen und Rhythmus in den Beinen. Die Bläser des Trios Dello, der Name leitet sich vom Kölner Vorort Dellbrück ab, unterstützten die Leichlinger und übernahmen an zwei Stellen als kleines Ensemble mit reinrassigem Jazz. Kopf des Trios ist Klaus Osterloh, der mit seinem Flügelhorn für die melodiösen und virtuosen Passagen verantwortlich zeichnet. Nach Engagements in den klassischen Symphonieorchestern Duisburgs und Essens hat er seine Berufung in der Profi-Bigband des WDR Köln gefunden. Auch wenn er sich der Kirchenmusik, unter anderem durch Zusammenarbeit mit Friedemann Immer, verbunden fühlte, so schlägt sein Herz für den Jazz, und sein musikalischer Puls offenbar auch. Seine Frau Margie Schwenk-Osterloh tupfte an seiner Seite die Tuba und Heinz Kluxen sorgte auf der Ukulele für einen aparten, manchmal durchaus kuriosen Gegenpol.

Dieses Mal war auch die Mitarbeit der Besucher gefragt, die mit kleiner Unterstützung von Kantorin Tanja Luthner im Schnellgang zwei Lieder lernten. Und schon folgte die Aufführung mit Gesang, begleitet und eingebettet vom Bläser-Arrangement.

Quelle: RP
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