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Leichlingen
Karnevalisten bleiben auf ihren Karten sitzen

Leichlingen. Der Vorverkauf für einige Veranstaltungen in Leichlingen läuft schleppend. Weil junge Leute sich wenig aus Sitzungen machen und andere Gäste "auswandern". Aber es gibt auch Ausnahmen. Von Ina Bodenröder

Ganz rund läuft es offenbar derzeit nicht überall im Leichlinger Karneval: "Der Kartenvorverkauf zu etlichen Veranstaltungen ist eher schleppend", berichtet Willi Kallert, Präsident der Vereinigung Leichlinger Karneval, im Vorfeld der ersten großen Sitzungen, die an diesem Wochenende in der Blütenstadt über die Bühne gehen werden.

Ärgerlich findet er vor allem, dass viele Leute große Mengen an Karten reservierten, aber schließlich deutlich weniger abholten. "Wie soll man dann diese Lücken füllen, wenn man vorher Interessenten wegschicken musste", beklagt Kallert die Probleme für die Veranstalter. Auch die in diesem Jahr anlässlich des 44-jährigen Bestehens des Festkomitees Leichlinger Karneval erstmals geplante Kostümsitzung am 23. Januar sei bislang noch nicht ausverkauft. "Wir wissen aber auch nicht, woran es liegt. Die Auftrittskräfte sind bei uns schließlich nicht schlechter als bei anderen", betont der VLK-Präsident.

Einige Ideen, um dem Problem zu begegnen, haben die Karnevalisten bereits umgesetzt: Ein Bustransfer von und zum Haus Klippenberg beispielsweise soll unter anderem den Jecken die An- und Abreise erleichtern. Außerdem wurden die Eintrittspreise an vielen Stellen schon gesenkt, und die Getränke und Speisen sind ohnehin nicht außerordentlich teuer.

Auch Birgit Schwaller kennt die Probleme mit dem schleppenden Kartenverkauf. Sie ist die Sprecherin des Damenelferrates, der heute die Damensitzung in der Aula Am Hammer veranstaltet. "Wir sehen die Schwierigkeiten des traditionellen Sitzungskarnevals schon und hatten ein wenig Sorge, wie es in diesem Jahr laufen wird", berichtet Schwaller. Aber derzeit seien die Damen mit dem Vorverkauf recht zufrieden: Von 290 Karten seien fast 90 Prozent abgesetzt worden. Allerdings gingen heute insbesondere junge Leute weniger zu klassischen Sitzungen.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Zum Beispiel die Damensitzung des Herrenelferrates. Diese ist nach Aussage Astrid Fischers, die dort die Karten verkauft, eine Mischung aus Sitzung und Fete, und der Zuspruch sei ungebrochen. Und auch die Kindersitzung der Blütenstädter am Karnevalssonntag sowie die Party nach dem Blütensamstagszug im Festzelt: Für beide gibt es Eintrittskarten im Elektrogeschäft von Stefan Clemen, und gestern standen dort die Menschen Schlange, um Karten zu erstehen.

Aber dafür, dass vielerorts die Zahlen sinken, gebe es durchaus Gründe, sagt Schwaller. Die Jecken gingen mangels Zeit lieber auf eine große als auf mehrere kleine Veranstaltungen. "Viele wandern in große Städte ab und zahlen für eine Sitzung richtig viel Geld. Das war es dann aber auch für die Session", berichtet die Damenelferratssprecherin. Vorstellen kann sie sich allerdings, dass sich angesichts der aktuellen Übergriffe auf Frauen in den Großstädten dieser Trend wieder umkehrt. "Vielleicht denken nun einige um und kommen wieder zurück ins Dorf", sagt Schwaller.

Der Damenelferrat will derweil mit Programm-Highlights seine Sitzungen attraktiv halten: "Wir sammeln schon Geld, um uns 2018 einen Topredner wie Guido Cantz oder Bernd Stelter leisten zu können", erzählt seine Sprecherin. Manche Probleme scheinen allerdings auch hausgemacht: Die Sitzung der Rittergilde findet heute Abend in Haus Klippenberg nach der Damensitzung statt. Nachdem im letzten Jahr die Teilnehmerzahl bei dieser Karnevalsgesellschaft schon stark rückläufig war, waren Probleme vorhersehbar.

Willi Kallert zeigt sich derweil offen für neue Ideen: "Wir können gerne einen Aufruf starten, damit uns die Menschen sagen, was wir anders machen sollen!"

Quelle: RP
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