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Leichlingen
Kinder besser vor Reizüberflutung schützen

Leichlingen: Kinder besser vor Reizüberflutung schützen
Anja Antoine löst zum Dezember Wolfgang Loth als Leiter der Beratungsstelle ab. FOTO: Matzerath
Leichlingen. Anja Antoine übernimmt die Leitung der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder. Von Ina Bodenröder

Die Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder an der Kirchstraße 1 bekommt eine neue Leiterin: Offiziell ab 1. Dezember, aber dieser Tage bereits vor Ort, übernimmt Anja Antoine (42) die Aufgaben von Wolfgang Loth (65). Der Psychologe geht zum Ende des Monats in den Ruhestand. Seit Sommer steht fest, dass Antoine - ebenfalls Psychologin - vom Bergisch Gladbacher Büro der katholischen Erziehungsberatung nach Leichlingen wechselt. Der Schwerpunkt wird auch weiterhin auf der Beratung bei Trennung und Scheidung liegen.

Außerdem gibt es ein paar neue Themenfelder, denen sich Anja Antoine künftig widmen will. "Ich möchte vor allem den hohen Standard erhalten", sagt sie. Die Beratung durch das Team aus Pädagogen, Psychologen und Sozialarbeitern richtet sich neben Eltern, die sich trennen wollen, derzeit auch an Alleinerziehende, an Kinder und Jugendliche und an Erzieher, Lehrer und Mitarbeiter aus Institutionen der Jugendhilfe. Aktuell läuft zudem sehr erfolgreich ein Projekt an örtlichen Grundschulen, das allerdings nach derzeitigem Stand im Sommer 2017 enden wird. "Diese Vernetzung zwischen Grundschule und Beratungsstelle möchte ich gerne verlängern, wenn die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen", kündigt Antoine an.

Dabei gehe es vor allem darum, Lösungen für den hohen Erwartungsdruck zu entwickeln, der bereits auf Grundschülern laste und sich nicht selten in Angst, Stress und Aggressionen bemerkbar mache. Der Bedarf ist offenbar groß an Grund- und Offenen Ganztagsschulen. Außerdem möchte die neue Leiterin Jugendliche und junge Eltern verstärkt über die sozialen Medien erreichen, um diese Zielgruppe besser ansprechen zu können. "Wir haben zwar schon die Online-Beratung www.beratung.caritas.net.de, aber reicht das aus?", fragt sich Antoine. Sie stellt sich eher einen Echtzeit-Chat vor, in dem Fragen gestellt und unmittelbar beantwortet werden können. Außerdem seien Internetforen zu unterschiedlichen Themen denkbar.

Mehr als 400 Beratungsfälle hatte die Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder durchschnittlich in den vergangenen Jahren. "Dahinter stehen viele Menschen mit ihren individuellen Geschichten", sagt Wolfgang Loth. Die Arbeit in den Schulen und Familienzentren sei noch gar nicht eingerechnet, denn auch dort biete die Beratungsstelle Sprechstunden an. Geändert habe sich in den 30 Jahren, die er in der Beratung ist, einiges. "Die Fülle der Dinge, die Familien zu bewältigen haben, lässt kaum Zeit für Gespräche", sagt er. Ein Stressfaktor: digitale Medien. "Heute wird ein Streit nicht mehr vergessen, weil er noch irgendwo auf einem Gerät zu sehen ist", beschreibt er die Reizüberflutung. Dazu beizutragen, dass es vor allem Kindern gut geht, wird vorrangiges Thema in der Beratungsstelle bleiben.

Quelle: RP
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