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Leichlingen
Kippt Reitverein-Krise den Obstmarkt?

Leichlingen: Kippt Reitverein-Krise den Obstmarkt?
DerLeichlinger Obstmarkt im Jahr 2013. Seit 2015 organisiert die Duisburger Gaudium Veranstaltungs GmbH Leichlingens überregional bedeutendste Veranstaltung Jetzt soll die Stadt künftig Hallenmiete bezahlen. foto: uwe miserius (archiv) FOTO: Miserius Uwe
Leichlingen. Die Stadt soll den Reitern künftig Hallenmiete bezahlen, doch deren Antrag fiel jetzt im Finanzausschuss durch. Von Peter Clement

Er hatte es nicht als Drohung gemeint, aber der Satz von Oliver Kunze klebte am Ende im Raum: "Wenn unser Verein finanziell den Bach runtergehen sollte, ist auch der Leichlinger Obstmarkt zu Ende", hatte der Chef des Reit- und Fahrvereins bei seiner Antragsbegründung im Haupt- und Finanzausschuss angemerkt. Denn in der Halle der Pferdefreunde findet Leichlingens überregional bedeutendste Veranstaltung statt. Und für die soll die Stadt künftig Hallenmiete bezahlen - jedenfalls, wenn es nach Kunze geht. Andernfalls sieht er die Liquidität seines Vereins zunehmend gefährdet.

Der Verein hatte einen "Zuschuss-Antrag" bei Bürgermeister Frank Steffes eingereicht, in dem die Reiter einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro und die Vereinbarung einer Nutzungspauschale "in Höhe von 200 Euro pro Kalendertag für die jährliche Überlassung der Reithalle im Rahmen des Obstmarktes sowie der Auf- und Abbauzeiten" fordern. Für zehn Tage Obstmarkt inklusive Auf- und Abbauzeit hieße das: 2000 Euro, die jährlich anfielen.

1988 hatte der Reit- und Fahrverein ein gut 12.000 Quadratmeter großes Grundstück mit der Halle von der Stadt gekauft - zu günstigen Konditionen. Im Kaufvertrag wurde im Gegenzug vereinbart, dass der Stadt "ein immerwährendes Recht auf kostenlose Überlassung der Reithalle zu Obstmarktzwecken" einzuräumen sei. Das Recht kann die Stadt dem jeweiligen Veranstalter des Obstmarktes übertragen - seit .2015 ist das die Duisburger Gaudium Veranstaltungs GmbH.

"Wir wollen den Obstmarkt unbedingt erhalten, müssen die Verwaltung aber dringend entlasten, weil die ganze Vorbereitung und Betreuung einfach zu viel Kraft bindet", begründete Bürgermeister Frank Steffes damals diesen Schritt.

Vereinschef Kunze nannte jetzt ebenfalls Aufwendungen, die Kräfte erforderten: So flanierten beim Obstmarkt teilweise 300 bis 400 Personen durch die Reithalle, "so dass wir hierfür aktuell eine große Blitzschutzanlage installieren müssen". Kosten: rund 11.500 Euro. Kunze argumentiert auch, der Verein habe die Halle vor Jahren ohne Stadtzuschuss vergrößert. Das komme dem Obstmarkt zugute.

Mit therapeutischen Reiten für Behinderte habe man sich zudem enorm sozial engagiert. "Und wir wollen das auch weiter tun." Aber der Verein benötige eine Heizungs-Sanierung, auch an das Dach müsse man denken: "Uns droht auf Dauer ein Liquiditätsproblem." Und das könne den Obstmarkt belasten.

Bürgermeister Frank Steffes (SPD) sieht dagegen weder die eine, noch die andere Gefahr.

Er und die Stadt wollen keinen Präzedenzfall riskieren: "Dann haben wir als nächstes den Tennisverein auf der Matte stehen, und dann kommt einer nach dem anderen", sagte er gestern auf Anfrage. Auch die Politik lehnte den Antrag ab.

Helfen möchte der Stadtchef trotzdem, Deshalb bot er an, sich mit dem Veranstalter in Verbindung zu setzen und darauf hinzuwirken, "dass er bei besseren Geschäften und größeren Einnahmen über eine Abgabe an den den Reit- und Fahrverein nachdenkt".

Den Organisator in die Pflicht nehmen, hatte zuvor auch Lothar Esser (FDP) gefordert, schließlich sei das ein externer Anbieter. Steffes gab zu bedenken: "Das war der V;orgänger, die WIV GmbH, auch.

Quelle: RP
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