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Leichlingen
"Kirche des Jahres": Zweiter Platz für Alten vom Berge

Leichlingen: "Kirche des Jahres": Zweiter Platz für Alten vom Berge
Besondere Bedeutung maß die Jury dem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirchturm bei. FOTO: uwe miserius (archiv)
Leichlingen. Die Auszeichnung soll am 11. Juni in Potsdam übergeben werden. Im Höhendorf löste die Nachricht große Freude aus. Von Peter Korn

Und wieder geht ein Preis ins Höhendorf: Die Evangelische Stadtkirche Witzhelden, im Volksmund als "Der Alte vom Berge" bekannt, hat bei der Wahl zur "Kirche des Jahres 2015" den zweiten Platz belegt.

Sieger sei die Saalkirche St. Laurentius im thüringischen Kirchheim geworden, teilte die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) gestern in Hannover mit. Auf Platz drei landete die frühgotische Backsteindorfkirche im mecklenburgischen Alt Karin.

Besondere Bedeutung maß die Jury dem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirchturm bei. Der viergeschossige, aus Bruchsteinen gefügte Turm ist das älteste Bauwerk in der Region. Das an seiner Westseite um 1769 entstandene Kirchenschiff ist ein Saalkirchenbau im Stil des Bauernbarock. Die Stiftung KiBa hatte für die Sanierung der Turmfassade im vergangenen Jahr alles in alle, 50.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Einer der ersten Gratulanten war Leichlingen Bürgermeister Frank Steffes: "Das ist schön für unsere gesamte Stadt, aber vor allem einen Erfolg des Kirchenbauvereins unter der Leitung von Siegfried Sonnenberg", lobte Steffes. Für Pfarrer Stephan Schneider ist der zweite Platz ebenfalls ein schöner Lohn für "all jene, die sich ehrenamtlich an diesem Projekt beteiligt haben" - angefangen von Küster Helmut Boxnik, über den Kirchbauverein bis hin zum Presbyterium. Und die Aufgabe sei nicht gering gewesen.

Etwa eine halbe Million Euro hat die Sanierung der Kirche letztlich gekostet, allein die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat 54.000 Euro zur Verfügung gestellt, um Risse im Deckengewölbe des Kirchenschiffs und die Verformung der Turmfront sowie Feuchtschäden zu beheben.

Der Kirchbauverein hat mit Mitgliederbeiträgen, Spenden und Zuschüssen in den vergangenen 25 Jahren insgesamt 113.000 Euro in die Sanierung und den Erhalt der Kirche investiert. Weitere 45.000 Euro wurden2015 eingesetzt.

Vor allem beim Turm gab es böse Überraschungen, wie auch der Leichlinger Baukirchmeister Helfferich Preuschen auf Anfrage bestätigte. Er war als Berater bei der Sanoerung hinzugezogen worden und berichtete gestern davon, "dass uns der Turm fast entgegengekommen wäre". Früher sei das Bauwerk offenbar von oben bis unten mit Efeu umrankt gewesen, und diese Pflanze hatte sich tief in die Fugen eingegraben. Deshalb seien bei der Renovierung letztlich auch noch Stahlträger verbaut worden, um dem Turm Stabilität zu sichern. Preuschen berichtete, dass man bei der Sanierung der evangelischen Kirche an der Marktstraße auch versucht habe, Gelder von der Stiftung KiBa zu bekommen, da das Land über den Denkmalschutz ja nichts mehr zur Verfügung stelle. KiBa ist eine Stiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie Zusagen für Sanierungsvorhaben von 27,1 Millionen Euro vergeben. "Mit der Kirche Marktstraße hatten wir in diesem Fall jedoch leider kein Glück", sagte Preuschen.

An der Freude über die Platzierung für Witzhelden ändert das natürlich nichts. Die Auszeichnungen sollen am 11. Juni in Potsdam übergeben werden, und Pfarrer Schneider kündigte an, "dass wir mit einer kleinen Delegation dorthin fahren werden". Witzhelden kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus.

Quelle: RP
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