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Leichlingen
Kita "Arche Noah" steht Wasser bis zum Hals

Leichlingen. Durch die im Vorjahr beschlossenen Tariferhöhungen spitzt sich die Lage in der Kita an der Landrat-Trimborn-Straße zu. Sollte es keine finanzielle Hilfe geben, können womöglich im Dezember keine Gehälter mehr gezahlt werden. Von Roman Zilles

Ob sie Zukunftssorgen hat? "Oh ja. Sollte sich nichts ändern, könnten wir im Dezember wohl keine Gehälter mehr zahlen", sagt Marion Klaus, Leiterin der Kindertagesstätte "Arche Noah". Dort werden 76 Kinder betreut (sechs mit erhöhtem Förderbedarf). Damit das so bleibt, benötigt die Elterninitiative fremde Hilfe. Diese hat sie nun bei der Stadt beantragt. Denn der "Arche Noah" steht finanziell das Wasser bis zum Hals.

Grund seien Tariferhöhungen. "Unsere Mitarbeiter werden nach TVöD (Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst) bezahlt. Und die voriges Jahr beschlossenen Steigerungen reißen ein großes Loch in unser Budget", sagt Klaus. Das Loch sei so groß, dass es durch die Kibiz-Pauschale nicht mehr gestopft werden könne. Einsparmöglichkeiten gebe es nicht. Das Personal sei bereits so weit reduziert worden, dass es keinen Spielraum mehr gebe, "ohne dass es sich sehr negativ auf die qualitativ gute Arbeit auswirkt", sagt die Leiterin. Zudem unterhalte der Träger nur diese eine Kita. Das Defizit sei also auch nicht durch eine übergeordnetes "Gesamtkonzept" oder Verschiebungen zwischen Einrichtungen zu verringern. Klaus wundert sich, dass nicht viel mehr Kitas wegen Zuschüssen bei der Stadt vorstellig geworden sind. Denn es sei ein allgemeines Problem, dass die Kibiz-Pauschale nicht analog zu den Tariferhöhungen steige.

Aber: Hinsichtlich "Größenordnung beziehungsweise Dramatik ist die ,Arche Noah' ein Einzelfall", sagt Dezernent Ingolf Bergerhoff. Er kündigt an, dass die Verwaltung Gespräche mit dem Träger führen werde, um auszuloten, wie die finanzielle Lage zustande komme und wie ihr begegnet werden könne. "Prinzipiell sollen alle Träger gleichbehandelt werden. Aber sollte die Politik dies beschließen, wären Ausnahmen möglich", führt Bergerhoff aus und ergänzt, "dass wir froh sind über alle Einrichtungen in der Stadt und über die Vielfalt an verschiedenen Träger der Kitas".

Dass in der "Arche Noah" nach TVöD bezahlt werde, sei richtig und wichtig, sagt derweil Marion Klaus: Ohnehin nicht üppig entlohnte Erzieher nach (günstigeren) Haustarifen zu bezahlen, "wäre politisch das falsche Signal". Die Leiterin sorgt sich, dass Mitarbeiter wegen der unklaren Lage in andere Einrichtungen wechseln könnten. Das wäre schade. "Denn wir haben hier ein sehr gutes Team", sagt Klaus.

Quelle: RP
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