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Leichlingen
"Kölschfreier" US-Folk im Bistro Lanzelot

Leichlingen: "Kölschfreier" US-Folk im Bistro Lanzelot
London trifft Castrop-Rauxel: das Duo "Kaluza & Blondell". FOTO: uwe misrius
Leichlingen. "Kölsch trink ich nicht, da ist das Glas doch mit einem Schluck leer", sagt Toto Kaluza, entschuldigt sich aber direkt bei den Rheinländern um sich herum. Das Publikum vor seinem Auftritt zu verärgern wäre schließlich keine gute Idee gewesen. Von Sidney Schiefer

Das Gesangs-Duo "Kaluza & Blondell" trat jetzt im "Lanzelot" in Leichlingen auf. Die Besitzerinnen des Bistro-Cafés veranstalten jeden ersten Sonntag im Monat einen musikalischen Frühschoppen. "Meistens lasse ich mich selbst von der Musik überraschen", betont Wirtin Ulrike Gerlach.

Die Veranstaltung hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht und die Künstler kämen meist auf die Wirtin zu: "Ich höre mir dann nur kurz die Hörproben auf YouTube an, bevor ich entscheide, ob die Band auftreten kann". Auch "Kaluza & Blondell" fanden das Café im Internet und wollten gerne in Leichlingen auftreten. Ab und an sei es auch mal nett, am Morgen zu spielen, sonst würden sie um diese Uhrzeit erst ins Bett gehen, scherzt Toto Kaluza. Das Americana & Folk Duo gibt es bereits seit dem Jahr 2007. Angefangen haben sie auf Mallorca, dort hatten sie es allerdings ziemlich schwer. "Die Spanier wollen nur das hören, was "in" ist", erklärt Kaluza. In Deutschland sei das anders, hier kämen ihre Songs, die sie teils von bereits vergessenen amerikanischen Künstlern covern, aber auch teils selbst schreiben, gut an. Auch bekannte Titel, beispielsweise von Eric Clapton, gehören zu ihrem Repertoire.

Einmal habe man sie als "Uncover-Band" bezeichnet, erinnert sich Kaluza: "Denn wir interpretieren jeden Song so, wie wir denken, die Geschichte des Liedes am besten rüberbringen zu können". Zudem ist es dem Duo wichtig, die amerikanische Folk-Musik in Deutschland bekannt zu machen. Meist schaffe es diese Musikrichtung in Europa gerade bis nach England oder Irland. In Deutschland habe man es aber generell leicht, unterschiedlichste Musik anzubieten, denn das Publikum schätze die Vielfalt.

Vielfältig sind mittlerweile auch die Möglichkeiten zu proben oder gar Alben aufzunehmen. Kaluza kommt aus Castrop-Rauxel, sein Kollege Geoff Blondell eigentlich aus London, lebt aber nun in Frankfurt. Gemeinsam proben gestaltet sich deswegen schwierig, aber nicht unmöglich: "Wir proben über Skype", erklärt Kaluza. Bei den Aufnahmen für das neue Album, war er sogar in Spanien: "Ich weiß nicht, was länger gedauert hat: die Aufnahmen oder das Hochladen in die Dropbox.

"Gefällt mir gut", lobt Bärbel Becker. Die Leichlingerin kommt regelmäßig zu den Auftritten im "Lanzelot". Sie mag die Atmosphäre, dort treffe sie immer Leute ob zufällig oder weil sie sich zum Konzert verabredet haben

Quelle: RP
 
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