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Leichlingen.
Krebse - eine Delikatesse aus der Wupper

Leichlingen.. Die Premiere des Schlemmer- und Weinfestes kam gut an: bei Besuchern, Händlern und Veranstalter. Zahlreiche Gäste kamen, um französische Spezialitäten zu kosten. Zwischendurch gingen manchem sogar die Meerestiere aus. Von Gabi Knops-Feiler

Das erste Schlemmer- und Weinfest Im Brückerfeld soll nicht das Letzte sein. Angesichts des großen Anklangs bei der Bevölkerung zeigte sich Veranstalter Rolf Ischerland sehr zufrieden und versprach, dass es im nächsten Jahr "auf jeden Fall eine Wiederholung" gebe. Zunächst will er sich mit den Verantwortlichen der Stadt Leichlingen zusammensetzen und einen neuen Termin aushandeln.

Wäre es nach den acht französischen Marktbeschickern gegangen, hätten sie sich am liebsten für 2016 sofort angemeldet. Denn auch die Verkäufer von Salami, Käse, Brot, Honig oder Marmelade aus dem Elsass, aus Lothringen, der Bretagne und Toulouse waren überaus angetan, wie gut die Menschen aus Leichlingen und Umgebung ihre "Produits du Terroir francaise", Produkte aus Frankreich, annahmen und wie sehr sie die "Lebenskunst" des Savoir-vivre genossen.

Tausende Menschen drängten sich an beiden Tagen bei traumhaftem Wetter im Leichlinger Zentrum. Am Samstagvormittag waren viele wegen des Frischemarktes gekommen. Das sonst übliche Angebot fanden sie allerdings nicht vor, denn zum Bedauern Ischerlands war es ihm nicht gelungen, alle Händler des Frischemarktes in das zweitägige Schlemmerfest zu integrieren.

Manche Gäste waren gezielt unterwegs, um sich mit französischen Spezialitäten zu versorgen. Zu ihnen gehörten beispielsweise die Zwillingsbrüder Karsten und Olaf Horn (50) aus Leverkusen, die Wildschwein-Salami, Käse und Olivenbrot kauften, da sie diese Köstlichkeiten aus bisherigen Frankreich-Urlauben kannten.

Am Abend wurden Schlemmermeile und Weinfest zum Anziehungsmagnet für Leute, die gerne mal etwas Neues und bislang Unbekanntes verzehren wollten. Zwar blieben auch viele der heimischen Küche treu - etwa dem rheinischen Reibekuchen. Aber andere, wie Lutz Sacher, waren mutiger. Der 42-Jährige wollte unbedingt wissen, wie Austern schmecken. "Huîtres", so der französische Begriff für Austern, gab es genügend, dachte Georges Vida. Rund 350 Meerestiere hatte er eigens frisch aus Frankreich besorgt, um sie neben weiteren Speisen oder Getränken zu verkaufen - am Sonntag musste er Nachschub besorgen.

Während der Franzose ein halbes Dutzend Austern zum Preis von zwölf Euro anbot, gab es am italienischen Stand des Leichlinger Restaurants "Vita Moderna" drei Wupperkrebse zum Selberpulen mit Knoblauchdip für 3,50 Euro. Zubereitet wurden sie von Küchenchef Florian Becker (35). "Sie schmecken ähnlich wie Hummer", beschrieb Becker und ergänzte, dass diese Delikatessen aus der Wupper ruhigen Gewissens verzehrt werden könnten, da sich diese vor Jahrzehnten eingeschleppten amerikanischen Signalkrebse so rasant verbreiteten, dass sie zunehmend zur Bedrohung fürs Ökosystem würden.

Da zum guten Essen bekanntlich ein guter Tropfen nicht fehlen darf, informierte Restaurantbesitzer und Sommelier René Rezai bei der Gelegenheit über Wissenswertes rund um das Thema Wein.

Quelle: RP
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