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Leichlingen
Kritik: "Der Gelbe Sack reißt, wo er will"

Leichlingen: Kritik: "Der Gelbe Sack reißt, wo er will"
Gelbe Säcke oder gelbe Tonnen? Diese Diskussion wird den kommenden Wochen wohl noch oft geführt werden. FOTO: Uwe miserius (Archiv)
Leichlingen. Obwohl der Lieferant inzwischen gewechselt wurde, diskutieren Leichlinger weiter über die Qualität der Wertstoffsäcke. Von Peter Korn

Daran, dass die Küchenrolle oder das Toilettenpapier grundsätzlich nicht an der Perforation reißen will, hat sich die Leichlingerin inzwischen gewöhnt. Doch nachdem ihr nun auch mehrfach der Gelbe Sack für Wertstoff-Abfälle eingerissen ist, macht sie ihrem Ärger Luft. Bereits sieben Säcke von einer Rolle habe sie aussortieren müssen, weil sie eingerissen seien, bemängelt die Mittfünfzigerin: "Das kostet letztlich bares Geld - und ich kann nicht nachvollziehen, warum jemand bewusst eine so schlechte Qualität wählt, wenn es doch eigentlich darum gehen soll, unnötigen Müll zu vermeiden und nicht neuen zu produzieren", fügt sie hinzu.

Sie ist nicht die Einzige in diesen Tagen: Knapp eineinhalb Jahre, nachdem es schon einmal eine Beschwerdewelle über die Qualität der Wertstoff-Säcke in Leichlingen gegeben hatte, mehren sich erneut die kritischen Stimmen.

Damals häuften sich bei der Stadt Leichlingen die Beschwerden über die Festigkeit der Gelben Säcke. Aufgebrachte Bürger berichteten über Verschmutzungen der Straße, wenn Säcke aufreißen. Gestern betonte die Stadt auf Anfrage, bisher gebe es keine vergleichbare Anzahl an Beschwerden: "Wir sind aber auch nicht zuständig. für das Thema"

Das ist die Bergische Wertstoff-Sammel GmbH (BWS) mit Sitz in Engelskirchen. Sie ist für die Entsorgung von Verpackungsmüll und Altglas in 20 Kommunen in Rhein-Berg und Oberberg zuständig. Dort hieß es gestern auf Anfrage zunächst, man habe bisher nichts von neuer Kritik aus der Bevölkerung mitbekommen. Schließlich habe man in der Zwischenzeit ja sogar auch den Lieferanten gewechselt - und der neue biete eine durchweg gute Qualität der Säcke. Allerdings sei es natürlich immer mal möglich, dass Perforations-Messer zu spät gewechselt und daher stumpf werden.

Der Effekt ist bekannt: Die entsprechenden Sackrollen werden vermutlich deutlich schlechter an der richtigen Stelle reißen als die mit scharfen Messern perforierten.

Vielleicht können die Betroffenen aber auch schon bald einen anderen Weg für die Wertstoff-Entsorgung nutzen: In der Diskussion ist zurzeit eine so genannte Wertstofftonne, die den Gelben Sack ersetzen soll. Auch andere Wertstoffe könnten darin Platz finden, etwa das Bobbycar. Nach den Sommerferien, so der BWS, soll eine Vorentscheidung fallen.

Quelle: RP
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