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Leichlingen
Künstlerin erweckt Sand zum Leben

Leichlingen: Künstlerin erweckt Sand zum Leben
Eine Hommage an die Gastgeberstadt: Gegen Ende ihrer Vorführung ließ Irina Titova Silhouette und Stadtwappen Leichlingens entstehen. FOTO: uwe Miserius
Leichlingen. Besonders, speziell und exklusiv sollen die Veranstaltungen der städtischen Reihe "Kultur im Schloss" sein. Diesen Anspruch erfüllte die Sandmalerei-Show eindeutig. Von Ina Bodenröder

Die russische Sandmalerin Irina Titova begeisterte die Gäste mit Geschichten, die sie mit Bildern aus Sand erzählte. Die Künstlerin nahm sie mit auf eine Reise über sieben Kontinente und zog sie bereits mit dem Einstieg in Afrika in ihren Bann. Antilopen, Löwen, Berge, Menschen: Im fließenden Wechsel entstanden immer neue Motive, gestaltet nur mit den Händen auf einer mit Sand bedeckten und beleuchteten Glasplatte und für alle gut sichtbar auf eine Leinwand projiziert.

Die Spannung war mit jedem Fingerstrich spürbar, mit der das Publikum miträtselte, welches Motiv als nächstes entstehen würde. Und jedes Mal ein fast enttäuschtes Aufstöhnen, wenn die detailreichen und schönen Bilder mit einem Handstrich etwas Neuem weichen mussten. Mit wenigen Handbewegungen wurde aus den Weiten Afrikas eine Moschee, aus asiatischen Tempeln ägyptische Pyramiden. "Toll gemacht, das ist Kunst, einfach Wahnsinn", raunte es im Publikum, als die erste Pause anstand.

Die detaillierten Zeichnungen im Sand erfordern höchste Konzentration, die Künstlerin brauchte nach 25 Minuten eine kurze Erholung. Danach ging die Reise weiter: - von Australien mit der Oper in Sydney über die New Yorker Skyline und die Freiheitsstatue und die Route 66 weiter nach Mexiko und Südamerika. Der Sprung nach Europa führte die Zuschauer direkt in den Moskauer Kreml, bevor sie der Künstlerin bei der Entstehung des Londoner Big Ben, des römischen Kolosseums und des Pariser Eifelturms zuschauen durften.

Am längsten rätselten die Besucher indes am letzten Motiv der Reise über die Erdkugel: Mit welchem Bauwerk würde Irina Titova wohl Deutschland symbolisieren? Zwei Kirchtürme, ein Schloss und ganz zuletzt ein Wappen mit Löwe, Fisch und Fluss - richtig: Als Hommage an die Gastgeberstadt ließ die Sandmalerin kurzerhand die Silhouette Leichlingens samt Stadtwappen entstehen.

Nachdem sie zuletzt gut wiedererkennbar den Charakterkopf Helmut Schmidts, natürlich mit Zigarette, in den Sand gezeichnet hatte, durften sich Gäste in dieser besonderen Kunst versuchen - auch wenn niemand den Sand so zum Leben erwecken vermochte wie Titova.

Quelle: RP
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