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Leichlingen
Kunst genießen - auch vom Sofa aus

Leichlingen: Kunst genießen - auch vom Sofa aus
Christa Nouvertné, Christa Jung, Ulla Schellin, Heike Konrad und Irmgard Kaduk (v.l.) zeigen ab 30. November im ehemaligen Geschäft Pickard ihre ganz unterschiedlichen Kunstwerke in der Schau "Zeit für Schönes, Zeit für Kunst". FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Ein kreatives Quintett bietet ab Ende November eine Kunstschau im ehemaligen Herrenausstatter Pickard an - mit Sofa und Kaffee. Titel: "Zeit für Schönes, Zeit für Kunst". Von Ina Bodenröder

Es soll anders werden als alles, was die Witzheldener und Leichlinger Kunstwelt bisher erlebt hat. Nicht der Verkauf wird diesmal im Vordergrund stehen. Vielmehr geht es um eine spezielle Atmosphäre, die den intensiven Kunstgenuss erst ermöglichen soll: Vom 30. November bis zum 2. Dezember haben fünf Witzheldener Künstlerinnen die Räume des ehemaligen Herrenausstatters Pickard auf der Solinger Straße 12 gemietet und präsentieren dort ihre Kunstwerke in der Ausstellung "Zeit für Schönes, Zeit für Kunst".

"Die erste Besonderheit ist, dass es keine große Eröffnungsfeier geben wird", sagen Christa Jung, Irmgard Kaduk, Heike Konrad, Christa Nouvertné und Ulla Schellin. Zwischen 11 und 18 Uhr ist jeder Besucher willkommen, die Künstlerinnen sind an den drei Tagen entweder alle oder abwechselnd vor Ort. "Außerdem wollen wir nicht nur unsere Produkte ausstellen, sondern ein schönes Ambiente schaffen, eine gute Atmosphäre für den Kunstgenuss", betonen die Kreativen. Ins Gespräch möchten sie mit den Menschen kommen, ihnen Zeit für die Kunst geben. Auf einem Sofa können die Gäste das Umfeld genießen, beim Kaffee alles auf sich wirken lassen. Mitte der 1980er Jahre haben vier der fünf Künstlerinnen schon einmal gemeinsam ausgestellt, sich danach aber trotz der räumlichen Nähe mehr oder weniger aus den Augen verloren. "Irgendwann haben wir uns wiedergetroffen und bei einem Treffen die Idee für die gemeinsame Ausstellung entwickelt", erzählt Christa Nouvertné. Das habe wie "Faust aufs Auge" gepasst. Angst, sich gegenseitig mit ihren Werken zu übertrumpfen oder in den Schatten zu stellen, hat keine der fünf. "Wir sind ganz unterschiedlich künstlerisch tätig, nutzen in unserer Kunst keine ähnliche Sprache", betont Heike Konrad. Das aber erzeuge eine gute Spannung, man befruchte sich gegenseitig und stehe nicht in Konkurrenz zueinander.

So wird Konrad Skulpturen aus Stein und Ton ausstellen. Sie ist seit einigen Jahren vor allem bildhauerisch tätig. Die Köpfe ihrer Enkel hat sie beispielsweise äußerst lebensecht modelliert. Ulla Schellin hingegen malt abstrakt vor allem mit Acryl, aber auch mit anderen Materialien. Spuren und Strukturen locken den Betrachter, sich sein individuelles Bild zu machen. "Meine Werke haben nie Themen, jeder entwickelt dazu seine eigene Geschichte", erzählt sie.

Ganz anders hingegen Christa Nouvertné: Am besten trifft ihre Werke wohl die Beschreibung als expressive Acrylmalerei. Auch bei ihr kommen verschiedenen Techniken und Materialien zum Einsatz, so dass von ihr neben Acryl- auch Öl-, Aquarell- und Tuschebilder zu sehen sein werden. Irmgard Kaduk hingegen malt nicht, sie gestaltet Skulpturen aus Treibholz und lufttrocknender Modelliermasse. Das alte Holz stammt oftmals aus dem Rhein und erzählt seine ganz eigenen Geschichten. Die menschlichen Figuren, die aus der Modelliermasse entstehen und mit Grundierungen veredelt werden, stehen oft in einem optisch interessanten Gegensatz zum Holz.

Abgerundet wird das Quintett durch Christa Jung. Ihre Werke sind durch filigrane Bleistift- und Tuschezeichnungen geprägt, oftmals Katzen und Blumen, aber auch Witzheldener Motive. Ullrich Kitzka, der einzige Leverkusener in der Runde, erweitert die Ausstellung um gedrechselte Holzschalen.

Quelle: RP
 
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