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Land will erneut 500 Flüchtlinge in den Kreis schicken – Leichlingen nimmt 20 auf

Land will erneut 500 Flüchtlinge in den Kreis schicken – Leichlingen nimmt 20 auf
FOTO: Stadt Leichlingen
Leichlingen/Rhein-Berg. Der Rheinisch-Bergische Kreis schlägt Alarm: Gerade erst wurden 500 Flüchtlinge vom Land zugewiesen, da wollte NRW bis vergangenen Montag erneut 500 schicken. Jetzt laufen Bemühungen um genügend Plätze, die es eigentlich so schnell gar nicht gibt. Von Peter Korn

Die Stadt Burscheid hat bereits verfügt, eine Mehrzweckhalle zu sperren, in der sonst Sport-und Theateraufführungen stattfinden. Es sei nach wie vor Ziel der Stadt, zur Unterbringung von Flüchtlingen weder Zelte aufzubauen noch Turnhallen (mit Schulsport) zu verwenden, sondern vorrangig leerstehende Wohnungen und Gebäude zu nutzen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit seien die Möglichkeiten aber mehr als begrenzt. Deshalb sei entschieden worden, 50 weitere Flüchtlinge in der Hans-Hoersch-Halle unterzubringen.

In Leichlingen bestätigte Bürgermeister Frank Steffes gestern, man wolle ebenfalls weitere rund 20 Flüchtlinge aufnehmen. Dafür reiche der Platz auf dem ehemaligen Aldi-Gelände an der oberen Brückenstraße auch noch aus: "Mehr können wir zurzeit allerdings nicht tun, zumal wir ja gerade erst 114 Personen aufgenommen haben", führt Steffes weiter aus.

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Damit ist der Kreis von den angefragten 500 Plätzen natürlich immer noch weit entfernt. Sprecherin Birgit Bär machte gestern auf Anfrage denn auch deutlich, dass Rhein-Berg die erneute Anfrage der Bezirksregierung gegenüber zunächst einmal abgelehnt habe: "Nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil wir es in der Kürze der Zeit nicht schaffen, soviel Plätze seriös zur Verfügung zu stellen."

Zwischen 200 und 300 Flüchtlinge dürften letztlich den Weg in den Kreis finden, da ist sich die Sprecherin sicher: "Alle beteiligten Kommunen tun wirklich, was sie können", lobt sie. Es gehe aber eben nicht nur um leer stehende Gebäude, sondern auch um eine adäquate Betreuung. All die ehrenamtlichen Hilfsdienste, seien es nun Caritas, DRK oder andere müssten schließlich auch genug ehrenamtliche Kräfte finden, um der immer größer werdenden Zahl von Ankömmlingen gerecht zu werden.

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Alles in allem zieht Birgit Bär eine positive Bilanz der bisherigen Aktivitäten: "Bei uns schert keine Kommune aus, und ich bin sicher das für auch die jetzigen Anforderungen wieder größtenteils gestemmt bekommen", sagt die Sprecherin.

Außerdem gibt es noch einen zusätzlichen Anreiz: Bei Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes erstattet das Land den Kommunen sämtliche Aufwendungen. Hinzu kommt jetzt allerdings eine Neuerung: Jeder Platz in einer Erstaufnahmeeinrichtung wird den Kommunen mit dem Wert 1,3 angerechnet .Je mehr Plätze also in Übergangseinrichtungen geschaffen werden, desto weniger Flüchtlinge müssen Städte und Gemeinden insgesamt aufnehmen.

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Quelle: RP