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Leichlingen
Rat plant sieben Millionen Euro für Flüchtlinge ein

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft
Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller
Leichlingen. Der Rat hat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, sieben Millionen Euro für investive Maßnahmen zur Unterbringung von Flüchtlingen in den Haushalt 2016 einzustellen. Von Ina Bodenröder

In diesem Betrag ist das Schwesternwohnheim Roderbirken bereits enthalten, das die Verwaltung aktuell von der Deutschen Rentenversicherung erwerben und anschließend für drei bis vier Millionen Euro sanieren will. Außerdem plant die Stadt die Unterbringung von Flüchtlingen in Gebäuden, die auf städtischem Grund in Leichtbauweise beispielsweise aus Holz oder Rigips errichtet werden sollen. "Wir versuchen alles, um eine Belegung von Turnhallen in Leichlingen zu vermeiden", sagte Bürgermeister Frank Steffes nach der Sitzung.

Auszuschließen sei das allerdings angesichts der "noch nie dagewesenen" Flüchtlingsströme derzeit nicht. Trotzdem betrachte er es als "Ehrenpflicht", sich um diese Menschen zu kümmern. Gerade in dieser Woche hat das Land zudem beschlossen, dass auch Kommunen mit weniger als 40.000 Einwohnern künftig Erstaufnahmeeinrichtungen samt Registrierung der Flüchtlinge und deren medizinischer und sozialpädagogischer Versorgung vorhalten müssen. Das beträfe auch Leichlingen. "Es wäre eine Mammutaufgabe, weil wir uns dann in einem Bereich bewegten, den wir bislang nicht kennen", sagte Frank Steffes.

Der einzige Vorteil bestünde darin, dass die Stadt neben den Menschen in der Erstaufnahme keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen bekäme. Bereits in den kommenden Tagen könnte die Platznot indes weiter wachsen, da die Bezirksregierung den Rheinisch-Bergischen Kreis zuletzt in einem nicht ablehnbaren Amtshilfeersuchen gebeten hatte, sofort 500 Flüchtlinge aufzunehmen. "Wir rechnen in der nächsten Woche mit maximal 100 Menschen in Leichlingen, für die wir mit unserem Krisenstab derzeit Räume vorbereiten und Betten kaufen", sagte Frank Steffes. Alles zusammen  werde eine enorme Herausforderung für die Stadt, bei der sie auch auf freiwillige Helfer angewiesen sein werde.

Da die zuständigen Mitarbeiter bereits jetzt an ihrer gesundheitlichen Belastungsgrenze arbeiteten, erhielten sie derzeit Hilfe und Abordnungen aus anderen Amtsbereichen. Zudem plane die Verwaltung für den nächsten Stellenplan eine erhebliche Ausweitung im Personalbestand des Sozialamtes. "Die aktuelle Situation macht allerdings ein sofortiges Handeln notwendig. Wir werden deshalb sofort drei Stellen für einen Hausmeister, einen Verwaltungsmitarbeiter und einen Sozialpädagogen neu schaffen und besetzen", informierte Steffes die Ratsmitglieder.

 
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