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Leichlingen
Leichlingen steht immer noch nicht im Duden

Leichlingen. Bergisch Gladbach hingegen hat es geschafft.

Seit Mittwoch ist der neue Duden im Handel und mit ihm 5000 neue Einträge, wie "Späti" für Spätverkaufsstelle oder viele neue, zusammengesetzte Begriffe aus der Aktualität wie "Flüchtlingskrise" und Anglizismen wie "Work-Life-Balance". Dank einer Aktion des Radiosenders "1Live" - wurde suggeriert - hat es auch die Nachbarstadt Bergisch Gladbach ins berühmte Nachschlagewerk geschafft. Die Blütenstadt Leichlingen sucht man dagegen weiterhin vergebens auf den Seiten des gelben Rechtschreibwörterbuches. Leichlingen teilt sich das Schicksal mit etwa 1700 weiteren deutschen Städten, die ebenfalls nicht im Duden vorkommen.

Doch was sind die Voraussetzungen, um im deutschen Rechtschreibwörterbuch aufgenommen zu werden? Gilt bei Städtenamen tatsächlich eine Einwohnerzahl von mindestens 25.000 Menschen - wie im Internet zu lesen ist - müsste Leichlingen, mit seinen über 29.000 Einwohnern auch drin stehen. Wo ist also unser Eintrag?

"Der Eintrag war jetzt keine besondere Ehrung für die Stadt Bergisch Gladbach", sagt Dr. Nicole Weiffen, Pressesprecherin beim Duden-Verlag, auf Nachfrage unserer Redaktion und muss dabei schmunzeln. "Die Städtenamen, die im Duden stehen, sind historisch gewachsen", erklärt Weiffen weiter, "der Bestand ist von Auflage zu Auflage und über die letzten 100 Jahre gestiegen." Namen, die eine besonders schwere Schreibweise aufzeigen oder besondern häufig angefragt sind, wurden in das Nachschlagewerk aufgenommen. "Für die jetzige Auflage wollten wir eine Systematik hineinbringen und haben festgestellt, dass von allen Großstädten Deutschlands fünf nicht drin stehen, nämlich Bergisch Gladbach Hagen, Herne, Siegen und Salzgitter. Das hatte aber nichts mit der Aktion von '1Live' zu tun", betont die Pressesprecherin.

Da Leichlingen weder eine Großstadt, noch besonders schwierig zu schreiben ist, wird die Blütenstadt wohl auch künftig keinen Eintrag im Duden erhalten. Grundsätzlich findet die Auswahl neuer Einträge über eine objektive Datenbank mit über vier Milliarden Wortformen, berichtet Weiffen: "In dieser Datenbank werden aus sämtlichen Bereichen - online und aus den Medien - Wörter ausgewertet, die besonders häufig auftreten." Anhand dieser Liste entscheidet die Redaktion schließlich, welche es in den Duden schaffen und welche nicht.

Dass Kritiker immer wieder bemäkeln, dass auch immer mehr Anglizismen in das Nachschlagewerk aufgenommen würden, dazu sagt die Pressesprecherin: "Der Duden ist kein Wörterbuch deutscher Wörter, sondern des deutschen Sprachgebrauchs." Diese fehlerfrei zu schreiben, sei der Anspruch von Duden, nicht ihre Bewertung. "Wenn sie besonders häufig auftreten, werden sie aufgenommen."

Obwohl es das Nachschlagewerk mittlerweile auch Online gibt, verkauft sich das gebundene Werk nach wie vor sehr gut, bestätigt Weiffen: "Es ist nach wie vor ein echter Bestseller."

(seg)
 
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