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Leichlingen
Leichlingen sucht händeringend Unterkünfte für Flüchtlingskinder

Leichlingen. Zwei umfangreiche Informationsveranstaltungen hat die Stadt Leichlingen bereits angeboten - doch beide Male war das Interesse aus der Bevölkerung eher Mau. Die Patenschaft für ein Flüchtlingskind zu übernehmen, das es ohne Eltern nach Deutschland geschafft hat, einen oftmals schwer traumatisierten Jugendlichen bei sich daheim aufzunehmen und wohnen zu lassen - das war den meisten dann doch zu viel Verantwortung und Ungewissheit. Von Peter Korn und Stephan Singer

Doch genau diese Gruppe von Flüchtlingen bereitet der Stadt zurzeit besonders viel Kopfzerbrechen, wie Jugendamtsleiter Hubert Knops gestern auf Anfrage noch einmal bestätigte: "Wir haben zurzeit 14 Kinder,, die wir unterbringen müssen, berichtet der Verwaltungsbeamte. Laut dem offiziellen Verteilerschlüssel muss Leichlingen sogar bis zu 20 Kinder zeitgleich betreuen. Und Schätzungen gehen je nach weiterem Verlauf des Flüchtlingszustroms sogar von bis zu 29 aus.

"Woran es uns fehlt, ist vor allem die notwendige Immobilie, wo wir Wohngruppen einrichten könnten, sagt Knops. Da haben er und seine Kollegen aus den anderen Bereichen der Stadtverwaltung schon alles abgegrast, wie sie betonen. Aber bisher sei einfach nichts zu machen.

Ein bisschen Hoffnung schafft allerdings die Zusammenarbeit mit der evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land. Die hat jetzt Weichen gestellt, die noch in diesem Jahr greifen sollen: Zum einen richtet sie in Wermelskirchen in einer angemieteten Wohnung eine Wohngemeinschaft für vier unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge ein. In einem gekauften Haus an der Remscheider Intzestraße entsteht zudem ebenfalls eine neue Wohngruppe.

In Remscheid hat die Organisation jetzt für zwei Gebäude einen neuen Mietvertrag über 15 Jahre abgeschlossen. Im so genannten "Waldhof" befindet sich bereits die Aufnahme- und Clearing-Gruppe - spätestens im Frühjahr sollen sieben Plätze für betreutes Wohnen entstehen, im Laufe des Jahres dann noch weitere sieben.

Von dieser Erweiterung des Remscheider Standortes profitieren alle Jugendämter im Umkreis. "Uns liegen nicht nur dringende Anfragen aus Wermelskirchen, sondern auch aus Leichlingen und Bergisch Gladbach vor. Die Jugendämter wollen die minderjährigen Geflüchteten lieber heute als morgen in unserer Obhut wissen", sagt Geschäftsführerin Silke Gaube.

Das kann Hubert Knops nur bestätigen: "Der Druck ist immens", sagt er, denn es gehe schließlich darum, Jugendliche, die jede Menge Gewalt und Schrecken erlebt haben, sicher und verlässlich unterzubringen: "Wir können sie ja nicht in den Übergangseinrichtungen halten, während die anderen Flüchtlinge in neue Quartiere ziehen."

Quelle: RP
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