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Witzhelden
Die Landlust in Witzhelden hat Zukunft

Großer Erntedankumzug in Witzhelden 2015
Großer Erntedankumzug in Witzhelden 2015 FOTO: Miserius, Uwe
Witzhelden. Viele Erntedank-Zugteilnehmer gaben sich auch in Wolfstall die Ehre. Das Zugmotto wurde herrlich interpretiert. Von Julia Bertenburg

Tradition ist eben Tradition. Und deshalb endete der Erntedankumzug gestern zwar offiziell in Herscheid, jedoch waren viele Teilnehmer dem Aufruf der Wolfstaller gefolgt und hatten eine Extrarunde durch den Ort gedreht - auch wenn sie auf Anordnung der Polizei ihre Wagen verlassen und den Weg weiter zu Fuß antreten mussten. In Wolfstall wurden sie von den Bewohnern, die ihren Ort wie immer feierlich geschmückt hatten, mit aufgesetzten Schnäpsen und großem Hallo begrüßt. "Es ist immer etwas Besonderes, durch Wolfstall zu fahren", sagte Jörg Kraner von den Soliger Fründen. "Die Herzlichkeit der Leute ist einfach super", ergänzte Carina Röntgen.

Mehr Bilder vom Umzug in Witzhelden sehen Sie hier. 

Die Wolfstaller freuten sich, dass einige Gruppen den Weg trotz geänderter Zugführung auf sich genommen hatten. "Die Solidarität der Zugteilnehmer finde ich toll", betonte Wolfstallerin Iris Freundorfer. Schon während des Umzuges durch das Höhendorf hatten viele Gruppen ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht, indem sie T-Shirts mit der Aufschrift "100% Wolfstall" aufgehängt oder den Ort mit in ihre Mottos eingebaut hatten. So wie etwa die Mitglieder des Stammtisches Tuppes Trupp, die als Ärzte verkleidet waren und den Zugweg zum Patienten erklärt hatten. Ihr Appell: "Grenzt Orth und Wolfstall nicht aus." Den Erntedankumzug, bei dem 50 Gruppen mitmachten, hatten die Witzheldener in diesem Jahr unter die Überschrift "Landlust mit Zukunft" gesetzt. Große Zukunftsvisionen hatte die Mutter-Kind-Gruppe "Himmlische Töchter": Kostümiert als Stewardessen, Fluglotsen und Kapitäne der Fluggesellschaft "Air Witzhelden" zogen sie mit ihrem kleinen Wagen durchs Höhendorf, den sie in ein First-Class-Flugzeug umgebaut hatten. Die "Laufmaschen" präsentierten sich als Freiheitsstatuen - nur, dass für die Frauen der Witzheldener Fernsehturm und das Landleben für Freiheit stehen. So manche Gruppe interpretierte das Thema fortpflanzungstechnisch: Unter dem Motto "Im Stroh da ist Getümmel, wir sind alle kleine Lümmel" hatten die Bewohner vom Kirchweg ihren Wagen mit einem Strohballen geschmückt, aus dem zwei Paar Beine herausschauten, und über dem ein Storch wachte. Das brachte Lacher unter den tausenden Zuschauern am Wegrand ein.

Eine Anspielung auf den Knatsch im Vorfeld kam von den "Ärzten" des Stammtischs "Tuppes Trupp". Mehr Bilder vom Erntedankumzug in Witzhelden unter www.rp-online.de/leichlingen. FOTO: UWe Miserius

Der DHG Witzhelden bemängelte das Aussterben der Dorfkneipen: "Die Lust ist auch in Zukunft da, doch die Möglichkeiten sind rar", kritisierten die Kegler. Mittlerweile gebe es nur noch die Kneipe "Zur Post". "Old Joe ist 1994 abgebrannt, die Ratsstube und die Kneipe ,Zur alten Post' haben die Besitzer 2005 bzw. in diesem Jahr aus Altersgründen geschlossen", erzählte Torsten Schmitz. "Das ist ein Problem, auf diesen Missstand müssen wir aufmerksam machen", betonte Kegelkollege Dieter Schwemmlein. "Gerade für uns als Kegelclub, da ja dadurch auch die Bahnen knapp werden." Im Zug waren auch Leichlinger: etwa Willi Kallert, Präsident der Ehrensenatoren im FLK. Der Karnevalist, der an diesem Tag seinen 76. Geburtstag feierte, lief bei der KG Oberbüscherhof mit.

Quelle: RP
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