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Leichlingen/Leverkusen
Lösung für Diepental ist greifbar nah

Leichlingen/Leverkusen: Lösung für Diepental ist greifbar nah
Onen: Unterschiedlich große Flächen, die je nach Witterung mehr oder weniger mit Wasser gefüllt sind, bilden den Kern der Vorschläge. Die helleren Flächen sind Schwemmflächen, die sich bei Starkregen auch mit Wasser füllen. FOTO: MIserius, Grafik: Wupperverband
Leichlingen/Leverkusen. Das Diepental soll künftig Naturschutz und Naherholung miteinander verbinden. Dies ist die zentrale Aussage der Machbarkeitsstudie, mit der sich jetzt der im November 2013 ins Leben gerufene Runde Tisch bei seinem zweiten Treffen zur Talsperrenkrise beschäftigte. Die Studie schlägt einen ökologischen Umbau mit Teichen vor, für den es öffentliche Fördergelder gibt. Von Peter Korn

Die Teilnehmer - unter anderem Vertreter der Städte Leverkusen und Leichlingen, des Wupperverbandes, der Besitzerfamilien sowie der Bürgerinitiative - zeigten sich nahezu durchgängig angetan von der Lösung, die ihnen bei dem Treffen vom Ingenieurbüro Beck vorgeschlagen wurde.

Demnach soll die bisherige Talsperre verschwinden und das Gelände in einer "ökologisch sehr wertvollen Variante" umgestaltet werden. Der Murbach etwa würde dann einen naturnahen Verlauf mit Schleifen und Windungen bekommen. Dazwischen gibt es drei unterschiedlich große Flächen, die je nach Jahreszeit und Witterung mehr oder weniger mit Wasser gefüllt sind.

Aktion der Bürgerinitiative: "Rettet die Diepentalsperre" FOTO: Miserius, Uwe

Flachwasserzonen und tiefere Bereiche können sich als Biotope entwickeln, in denen standortgerechte Pflanzen wie Röhricht und Gräser wachsen. Auch wird vorgeschlagen, Stege und Wege zur Erkundung und zum Erleben anzulegen. Der gesamte Bereich kann auf einem Rundweg umwandert werden.

Der Wupperverband wurde von den Teilnehmern einstimmig beauftragt, das Ziel der Entwicklung des Diepentals hinsichtlich Anforderungen aus Wasserwirtschaft und Naturschutz sowie auch Naherholung zu übernehmen und das Projekt in diesem Sinne voranzutreiben.

Die bisherige Überquerung soll abgerissen werden. FOTO: MIserius, Grafik: Wupperverband

"Die wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung ist die Anerkennung der Förderfähigkeit gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie", hieß es dazu am Donnerstag. Die Kosten der Gesamtmaßnahme inklusive der Planung werden dabei auf rund eine Million Euro geschätzt, von denen die EU allerdings bis zu 80 Prozent übernehmen könnte. Die Möglichkeiten der Restfinanzierung müssen geprüft werden. "Nur unter der Voraussetzung der Förderung ist eine Umsetzung der Planungen überhaupt möglich", betonen die Beteiligten.

Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes sagte gestern, er bedauere sehr, dass es offenbar keine Chance gebe, die Diepentalsperre in ihrer bisherigen Form zu erhalten. "Allerdings haben die Planer Wege aufgezeigt, die erkennbar machen, dass das Diepental als Naherholungsgebiet mit einer ökologisch hochwertigen, von Wasser geprägten Landschaft neu gestaltet werden kann", fügte er hinzu. Damit böten sich neue, "aber durchaus vielfältige Möglichkeiten, Natur zu erleben".

Diepentalsperre trocknet weiter aus FOTO: Miserius, Uwe

Die weitere Bearbeitung der Studie, Prüfung der Förderfähigkeit der Maßnahme, Abstimmung mit den zuständigen Behörden sowie in den politischen Gremien, Klärung eigentumsrechtlicher Belange - all das werde einige Monate in Anspruch nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung des Wupperverbandes.

Quelle: RP
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