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Leichlingen
Menschen - einsam in der Menge

Leichlingen: Menschen - einsam in der Menge
Vernissage im Bürgerhaus Am Hammer mit den Künsterlerinnen Yolanda Encabo, Ulla Krass und Angel Richter (gebürtige Leichlingerin). FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Der Mensch ist Mittelpunkt und Inspirationsquelle ihrer Bilder und Skulpturen. Das verbindet die Künstlerinnen Yolanda Encabo, Ulla Krass und Angel Richter, die in Mönchengladbach leben und arbeiten. Von Monika Klein

"Mensch" haben sie ihre Ausstellung betitelt, die am Sonntag im Leichlinger Bürgerhaus von Bürgermeister Frank Steffes eröffnet wurde. Es ist eine sehenswerte Kunstpräsentation, denn alle drei Frauen haben nach ihrem Kunststudium zu ihrer eigenen, überzeugenden Aussage gefunden.

Angel Richter, die als gebürtige Leichlingerin den Kontakt herstellte, bevorzugt riesige Bildformate und überlebensgroße Figuren aus Cortenstahl, denen sich der Betrachter nicht zu entziehen vermag. Er fühlt sich mitgezogen von den hastenden Menschen, die über die Wände zu eilen scheinen. Menschen einer auf Leistung getrimmten Welt, in der Zeit gleich Geld ist. Menschen unterschiedlicher Herkunft, alle jung, schön, elegant, gesund. Ein fragwürdiges Abbild der Straße, Bilder einer Parallelwelt, auf die Angel Richter hinweist. Das spiegelt die gespachtelte Malweise und die Tatsache, dass die Köpfe angeschnitten sind, nur einzelne Kinder, die wie kleine Erwachsene erscheinen, sind ganz abgebildet auf ihren überlangen Leinwänden, von denen meist mehrere als Einheit gehängt sind.

Auch Yolanda Encabo hat Menschen auf der Straße mit dem Fotoapparat festgehalten, um sie später in Öl zu malen. Gewöhnliche Alltagsszenen spiegeln ihre Bilder in kleineren oder Miniformaten wider. Menschen in Bars, Straßencafés, im Park oder am Strand, nie allein, dennoch Einsamkeit vermittelnd. Es gibt keine Anzeichen von Kommunikation, nicht mal bei den beiden Herren, die wenige Meter voneinander entfernt das Handy am Ohr halten. Auf den ersten Blick realistische Momentaufnahmen halten nicht, was sie versprechen. Tatsächlich hat die Malerin aus Bilbao die Merkmale für konkrete Orte verwischt und auf die detaillierte Ausgestaltung der Menschen verzichtet, so dass sie anonym und austauschbar werden.

Das ist bei Ulla Krass anders. Ihre menschlichen Figuren, als Bronzeskulptur gearbeitet oder in Acryl gemalt, hat sie im privaten Raum beobachtet. Sie sind mit sich alleine und nehmen keinen Kontakt zum Betrachter auf. Oder sie sind in einer Gesellschaft zu sehen, beispielsweise bei einer Examensfeier in feurig-warmen Rottönen. Diese großformatige Leinwand hängt im Erdgeschossraum, den alle drei Künstlerinnen gestaltet haben, während in der ersten Etage jede ihren eigenen Ausstellungsraum hat.

Info Von jeder Künstlerin erschien eine Edition. Ausstellung "Mensch" bis 11. Oktober im Leichlinger Bürgerhaus: samstags 15 bis 17 Uhr, sonntags 11 bis 17 Uhr.

Quelle: RP
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