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Leichlingen
Motorradlärm soll im Winter gemessen werden

Leichlingen: Motorradlärm soll im Winter gemessen werden
Der Lärm vorbeirasender Motorräder ist es, der Anwohner der Bremersheide auf die Barrikaden bringt. FOTO: Moll (Archiv)
Leichlingen. Bricht die Dämmerung über Leichlingen herein, ist es mit der Beschaulichkeit und Ruhe in Bremersheide vorbei: In den Abendstunden wird die Landstraße 294 zwischen Leichlingen und Witzhelden regelmäßig zur Rennpiste für Motorrad- und Quadfahrer. Von Ina Bodenröder

Mit aufheulenden Motoren und hoher Geschwindigkeit jagen sie an dem kleinen Leichlinger Ortsteil vorbei - eine Zumutung für die Anwohner. So zumindest empfindet es Nicole Kazinski. Sie ist vor wenigen Jahren mit ihrer Familie nach Bremersheide gezogen, weil es ihr in Leverkusen zu laut und zu eng geworden war.

"Wir fühlten uns in Leverkusen auf der Straße nicht mehr sicher, auf den Ämtern gab es immer nur Stress", erinnert sie sich. Da sei Leichlingen eine willkommene Alternative gewesen. Doch nun holt der Lärm sie ein. "Ich habe vor einiger Zeit selber gemessen, wie laut die Motorräder sind. Die erreichen bis zu 115 Dezibel", erzählt Kazinski. Zum Vergleich: Eine Kreissäge liegt bei 110, ein Presslufthammer bei 120 Dezibel.

Es scheint, als ob die gerade Strecke ab der Feuerwache Metzholz die Zweiradfahrer geradezu in Versuchung führt, in höchster Geschwindigkeit bis zum Germania-Kreisverkehr durchzurasen. Der Lärm ist dabei nur ein enormer Störfaktor. "Wir erleben außerdem immer wieder äußerst riskante Überholmanöver. Ich musste mit meinem Auto schon zweimal ausweichen, einmal bin ich dabei in den Acker gefahren", erzählt die Anwohnerin.

Sie wünscht sich deshalb vermehrte Geschwindigkeitskontrollen und einen Starenkasten. Die Stadt hat sie im vergangenen Jahr schon kontaktiert. Ergebnis: Messungen wurden für den Winter angekündigt, und dafür musste zunächst eine Befestigungsmöglichkeit der Geräte geschaffen werden. "Welchen Sinn macht es, im Winter die Geschwindigkeit zu messen?", ärgert sich Nicole Kazinski. Schließlich laufe die Motorradsaison jetzt an.

Da gibt die Stadt ihr Recht: "Es ist sinnvoll, die Frühjahrszeit und nicht die kalten, verregneten Wintermonate für Geschwindigkeitsmessungen zu nutzen", sagt Stadtsprecherin Ute Gerhards. Diese Messung stehe auf der Liste der Unteren Straßenverkehrsbehörde. "Allerdings fehlt noch ein entsprechender Befestigungspfosten vom Bauhof, der jetzt im Mai installiert wird, damit die Messungen durchgeführt werden können."

Kontrollen oder Starenkästen fielen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt. Hier handele es sich um den fließenden Verkehr, somit sei die Polizei gefordert. Allgemein sei das Thema Motorradlärm eine immer wieder hochgekochte Problematik. Vor einigen Wochen hat die Polizei deshalb die Aktion "Kaffee und Knöllchen" im Kreisgebiet durchgeführt und speziell Motorradfahrer angesprochen und kontrolliert.

Quelle: RP
 
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