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Leichlingen
Obstmarkt: Reitverein und Stadt verhandeln weiter

Leichlingen. Das Thema Zuschuss für den Leichlinger Reitverein hatten die Ratspolitiker am Donnerstag gar nicht mehr auf der Tagesordnung, dem Antrag von Vereinsvorsitzendem Oliver Kuntze war schon im Finanzausschuss eine Absage erteilt worden. Trotz des Neins der Politik und der Stadtverwaltung: Kuntze will nicht aufgeben. "Unser Zuschussantrag bezieht sich auf die Hallenerweiterung aus dem Jahr 2002", argumentiert er. "Diese zweite Halle ist von uns gebaut worden - nach dem Kaufvertrag für das Gelände von 1998." Von Ludmilla Hauser

Der Leichlinger Reit- und Fahrverein hatte im Antrag einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro und die Vereinbarung einer Nutzungspauschale "in Höhe von 200 Euro pro Kalendertag für die jährliche Überlassung der Reithalle im Rahmen des Obstmarktes sowie der Auf- und Abbauzeiten" gefordert. Für zehn Tage Obstmarkt inklusive Auf- und Abbauzeit hieße das: 2000 Euro, die jährlich anfielen.

Die Vereinbarung mit der Stadt - nämlich, dass diese die Reithalle als Veranstaltungsort für den Obstmarkt nutzen darf - gilt nach Meinung Kuntzes nur für die erste, größere Halle aus dem Jahr 1972. "Im Vertrag steht nicht, dass die Stadt auch das immerwährende Recht auf die kostenlose Überlassung von künftigen Anbauten oder Neubauten hat." Dies habe der Vorstand nach Prüfung der Unterlagen festgestellt. Dennoch nutze die Stadt die zweite Halle für den Obstmarkt mit. Laut dem Vereinschef macht das eine Ausstellungsflächen-Vergrößerung von 50 Prozent - konkret von 800 Quadratmetern (Halle 1) auf 1200 Quadratmeter (beide Hallen) - aus. Der Rechtsanspruch der Stadt auf die Halle eins sei unstrittig.

Kuntze geht es auch um die Klarstellung: "Der Reitverein steckt nicht in einer Krise. Wir sehen im Moment sehr ordentlich aus. Wir müssen aber auch darauf achten, den Verein zukunftsfähig zu gestalten." Und: "Wir wollen den Obstmarkt nicht kippen, im Gegenteil, wir unterstützen den Markt. Aber wir müssen auch sehen, dass in den vergangenen mehr als 40 Jahren kein Zuschuss von der Stadt für unseren Verein geflossen ist."

Es stünden aber Sanierungsmaßnahmen von 130.000 Euro an, allein für das Dach rechnet der Verein mit rund 50.000 bis 60.000 Euro, die er stemmen müsse. Kuntze und seine Vorstandskollegen haben errechnet, welchen finanziellen Nutzungsvorteil die Stadt durch die Überlassung der Halle(n) hat: "Um den ermitteln zu können, haben wir die Kosten für den Aufbau und Miete eines Marktzeltes in der Größe von 20 x 20 Meter bei einer Fachfirma abgefragt. Diese Marktzeltgröße entspricht der Ausstellungsfläche aus der Reithalle 2", erläutert der Vereinsvorsitzende. Je nach Ausführung lägen die Kosten für Miete und Logistik bei rund 15.000 Euro (ohne die Kosten für die Heizungsanlage). Hochgerechnet ergebe sich für die Stadt für den Zeitraum von 1972 bis 2015 ein Nutzungsvorteil von 370.000 Euro. "Damit wird klar, dass der gewährte Preisvorteil aus dem Grundstückskauf in 1998 bis heute bereits mehr als kompensiert wurde", betont der Vorstandsvorsitzende. Demgegenüber nennt er einen Einnahmeverlust für den Verein von 240.000 Euro, weil Einsteller ihre Pferde wegen des Wegfalls der Hallen während der Obstmarktzeit nur draußen trainieren können.

Oliver Kuntze, der nach eigenen Angaben mit Bürgermeister Frank Steffes schon im Gespräch ist, will mit dem Stadtchef nun versuchen, eine Lösung zu finden. "Für andere Sportarten ist ja auch Geld da - wie etwa für Kunstrasenplätze oder das Leichtathletik-Stadion. Was die Leute natürlich auch haben sollen, keine Frage." Was dem Verein schon entgegenkommen würde: "Wenn die Belastung des Marktes inklusive Vorbereitungen, Aufbauten, Abbauten von etwa 16 Tagen auf zehn Tage reduziert werden könnte", formuliert Kuntze.

Quelle: RP
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