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Leichlingen
Orgelsommer gibt Stummfilm eine Sprache

Leichlingen: Orgelsommer gibt Stummfilm eine Sprache
Das Bild zum (Orgel-)Ton: Szene aus dem US-Stummfilm "Der Glöckner von Notre-Dame" mit Lon Chaney aus dem Jahr 1923. FOTO: dpa (archiv)
Leichlingen. Zum Abschluss des 30. Leichlinger Orgelsommers gab es in der Evangelischen Kirche am Marktplatz etwas Besonderes. Die Kirche wurde in ein kleines Kino verwandelt und die rund 150 Besucher durften sich über eine Stummfilmimprovisation von Johannes Mayr freuen. Von Tobias Falke

Er improvisierte an der Leichlinger Orgel zum Film "Der Glöckner von Notre-Dame" von Produzent Carl Laemmle aus dem Jahr 1923. Das Besondere: "Es ist die Ambivalenz von Quasimodo", erklärt Johannes Mayr: "das naive, verführbare des Hauptcharakters aber auch seine abstoßende Art. Und dennoch ist er ein menschliches Wesen" In den 20er Jahren gab es noch keinen Ton bei den Filmen und so wurde viel mit Mimik und Gestik gearbeitet. Das merke man diesem Film deutlich an.

Mayr improvisierte die Musik mit der vielseitigen Ausdrucksstärke der Orgel passend zur jeweiligen Szene des Filmes. Die Zuhörer beziehungsweise Zuschauer erhielten ein Sinneserlebnis der besonderen Art.

Auch für die Kantorin Tanja Luthner, die seit 2012 in der evangelischen Kirche in Leichlingen arbeitet, war es ein besonderes Konzert. Denn schließlich war Johannes Mayr ihr ehemaliger Improvisations- und Liturgie Dozent. Sie freute sich sehr, dass er die Reise von Stuttgart nach Leichlingen angetreten hatte, um dort dem Publikum einen schönen und interessanten Abend zu schenken.

Er studierte von 1981 bis 1987 katholische Kirchenmusik in Stuttgart und war unter anderem bis 2007 als Lehrbeauftragter für liturgisches Orgelspiel/Orgelimprovisation in Augsburg tätig. Seine jahrelangen Forschungen insbesondere zur oberschwäbischen Orgellandschaft haben in mehreren Buchpublikationen ihren Niederschlag gefunden.

Der 31. Leichlinger Orgelsommer wird auch im kommenden Jahr wieder stattfinden. Doch Musik-Liebhaber müssen nicht bis zum nächsten Sommer warten, ehe sie wieder in der Evangelischen Kirche am Marktplatz schöne Konzerte hören werden.

Im September wartet unter anderem ein Ökumenisches Chorprojekt und im November geben die Bläser unter der Leitung von Matthias Müller ein Konzert.

Des Weiteren folgen in diesem Jahr noch das Adventskonzert sowie die Uraufführung des "Weihnachtsoratoriums" von Klaus Langer unter der Leitung von Tanja Luthner.

Quelle: RP
 
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