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Leichlingen
Politik erwägt Wohnungen auf Hallenbadgelände

Leichlingen: Politik erwägt Wohnungen auf Hallenbadgelände
Im Blütenbad ist derzeit der Taschenrechner das wichtigste Arbeitsmittel. Quer durchs Gebäude gibt es Renovierungsbedarf, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Bräutigam. FOTO: uwe miserius (archiv)
Leichlingen. Ein Neubau des sanierungsbedürftigen Bades andernorts könnte Platz für hochwertiges Innenstadt-Bauland schaffen. Von Peter Clement

Der Satz fiel mitten in der Rede zum Stadtetat 2017: Hermann Terjung, Chef der Stadtratsfraktion "Freie Wähler/UWG", hatte am Donnerstagabend im Ratssaal gerade zur Leichlinger Infrastruktur Stellung bezogen, da fügte er plötzlich hinzu: "An den jetzigen Standorten von Frei- und Hallenbad können wir uns durchaus Wohnbebauung vorstellen." Terjung wurde sogar noch konkreter: "Der Verkauf dieser Flächen würde viele Millionen für Neubauten in die Kasse spülen. Warum sollen die Bäder eigentlich nicht näher an vorhandene Sportstätten oder das Schulzentrum heranrücken?"

Damit hat Terjung erstmals öffentlich ein Szenario ausgesprochen, das in der Politik intern bereits offenbar schon länger diskutiert wird: die Bäder vom Zentrum an die Peripherie verlagern und dann das entstehende Bauland in allerbester Innenstadtlage "versilbern".

Die Leichlinger Bäderbetriebs- und Beteiligungsgesellschaft LBB hatte im August öffentlich zu bedenken gegeben, der Sanierungsbedarf des Hallenbades könne so hoch ausfallen, dass sich eine Generalüberholung am bestehenden Gebäude nicht rechne. "Auch über einen Neubau müssen wir nachdenken und das genau gegenrechnen", sagte LBB-Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Bräutigam auf der Hauptversammlung des Fördervereins Leichlinger Bäder. Für einen kompletten Neubau des Hallenbades könnte sprechen, dass dies langfristig wahrscheinlich günstiger wäre als ständig neue Sanierungen.

Die SPD signalisierte in Person ihres Fraktionsvorsitzenden Matthias Ebecke gestern schon einmal Sympathie für Vorschläge dieser Art. Der eigene Antrag zur Aufstockung des Rathauses formuliere unter anderem ja auch das klare Ziel, neuen, attraktiven Wohnraum zu schaffen.

Auch im Rathaus wurde der Vorstoß der UWG durchaus wohlwollend registriert. Es gebe keine Denkverbote, betonte Bürgermeister Frank Steffes auf Anfrage. Am Ende des Abwägungsprozesses gehe es schlicht darum, was Leichlingen am meisten nutze und weiterbringe.

Helmut Wagner mahnte in seiner Haushaltsrede am Donnerstagabend vor allem in Richtung der Leichlinger Bäderbetriebs- und Beteiligungsgesellschaft, es gehe wichtige Zeit verloren: Verwaltung und Geschäftsführung der LBB seien gefordert, "uns hier schnellstens genaue und belastbare Zahlen zu präsentieren". Rathaus und Stadtbad "werden uns nächstes Jahr vor enorme Herausforderungen stellen im Hinblick auf eine genehmigungsfähigen Haushalt".

Quelle: RP
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