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Leichlingen
Politik will Leichlinger Tafel erhalten

Leichlingen. Am Ende ging es doch vergleichsweise schnell: Der Rat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen, dass die Stadt der Leichlinger Tafel eine Ausfallbürgschaft in Höhe von bis zu 12.000 Euro pro Jahr gewährt (wir berichteten). Sie gilt für den neu abzuschließenden Mietvertrag der Tafel-Unterkunft im Frese-Gewerbepark, weil dem Verein zum 30. September dieses Jahres der Vertrag für ihr Domizil auf der Hochstraße vor kurzem gekündigt worden ist. Von Ina Bodenröder

Aufgrund der dann höheren Miete hatte die Tafel bei der Stadt bereits Zuschüsse beantragt, diese sollten aber ursprünglich erst bei den nächsten Haushaltsberatungen wieder auf die Tagesordnung kommen. Die Ausfallbürgschaft gilt für maximal fünf Jahre ab dem Zeitpunkt, an dem das Vermögen der Tafel bis auf 30.00 Euro abgeschmolzen ist und die Miete aus den laufenden Einnahmen des Vereins nicht zu finanzieren ist. Im Gegenzug erhält die Stadt in den neuen Räumen der Tafel ein unentgeltliches Nutzungsrecht des Aufenthaltsraumes und der Toiletten.

Dies will sie voraussichtlich für die Integrationsarbeit in Leichlingen lebender Flüchtlinge nutzen, allerdings nicht für die Sprachkurse: Für deren Veranstaltungsorte gibt es höhere Auflagen, die mit den Räumlichkeiten nicht erfüllt würden. Die SPD hatte das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung setzen lassen, da sich die Situation der Tafel durch die Mietvertragskündigung erheblich verschärft hatte.

Einig waren sich die Politiker, dass ein Ende der Leichlinger Tafel vermieden werden müsse. "Alles andere wird teuer", sagte FDP-Politiker Lothar Esser zur Bürgschaftslösung. Die CDU regte an, weiter nach einer städtischen Immobilie zu suchen. "Wir haben keine", sagte Bürgermeister Frank Steffes, der mit dem Verein schon länger im Gespräch ist. Die UWG befürchtete, dass Umbauarbeiten der neuen Räume das Vermögen der Tafel bereits beträchtlich schrumpfen lassen könnten. Zugleich hinterfragte sie, warum die Tafel eine gemeinsame Nutzung für die Flüchtlingsarbeit bisher für unmöglich gehalten habe.

Am Ende entschieden sich die Politiker bei zwei Enthaltungen für die Bürgschaft, um der Tafel Planungssicherheit zu geben.

Quelle: RP
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