| 00.00 Uhr

Leichlingen
Polizei hält mehrere Feuerteufel für denkbar

Leichlingen: Polizei hält mehrere Feuerteufel für denkbar
In der Nacht zu Sonntag standen plötzlich Papiercontainer am Gebäude der Realschule in Flammen. Verletzt wurde niemand. FOTO: kiesewalter
Leichlingen. Der Brand am Schulzentrum wirft Fragen auf. Eine unlängst festgenommene mutmaßliche Brandstifterin sitzt nämlich noch in U-Haft. Von Peter Korn

Als am 16. Januar ein Carport an der Immigrather Straße in Flammen aufging, stand für die Polizei schnell fest: Mit der Leichlinger Brandstiftungs-Serie hat dieses Feuer vermutlich nichts zu tun.

Zu unterschiedlich war der Verlauf, auch die Örtlichkeit war zu weit vom Stadtzentrum entfernt, dem Schauplatz diverser Brandstiftungen.

Eine Verbindung mit einer kurz zuvor inhaftierten 59-jährigen Leichlingerin, der insgesamt 19 Brandstiftungen im Stadtgebiet zur Last gelegt werden, war somit nahezu ausgeschlossen. Und damit auch ein möglicher Irrtum, die Falsche verhaftet zu haben.

Seit dem Wochenende jedoch flammen die Diskussionen wieder auf. Da standen in der Nacht zu Sonntag plötzlich Papiercontainer am Gebäude der Realschule in Flammen. Verletzt wurde zwar niemand. Die Kunststoffrollbehälter, eine Laterne und drei Fenster wurden durch die Hitze und das Feuer jedoch zerstört.

Und sofort waren Bilder ähnlicher Attacken aus den vergangenen Monate bei manchen Leichlingern wieder präsent. Sich fragen sich: Hat die Polizei damals die Richtige verhaftet? Denn die mutmaßliche Täterin sitzt noch immer im Gefängnis, kann also keineswegs für die jetzige "Sachbeschädigung durch Feuer", wie die Polizei den Vorgang einstuft, verantwortlich sein. Also alles ein Irrtum?

Bei der Polizei Rhein-Berg hält man es offensichtlich für möglich, dass es mehrere Feuerteufel im Stadtgebiet gibt, die unabhängig voneinander agieren. "Wir schließen zurzeit nichts aus, ermitteln in alle Richtungen", sagte eine Sprecherin gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Festzuhalten bleibe jedoch: Die seinerzeit festgenommene Leichlingerin sei eindeutig "in flagranti" erwischt worden, als sie versucht habe, ein Auto anzuzünden.

Laut Staatsanwaltschaft sitzt die Frau immer noch in Haft und hat sich bis heute nicht zu den Vorwürfen geäußert. 19 Taten könnten laut Polizei in einem Zusammenhang mit ihrer Verhaftung stehen.

Ins Raster des vermeintlichen Serien-Brandstifters passte das Carport-Feuer an der Immigrather Straße nicht. "Zumindest liegt die Örtlichkeit außerhalb des Radius, in dem die Taten in der Vergangenheit stattgefunden haben", hieß es bei der Polizei.

Bei dem Vorfall vom Wochenende verhält sich das jedoch grundlegend anders: Und es bleibt wohl nichts weiter übrig, als abzuwarten, ob weitere Taten dieser Art hinzukommen werden.

Quelle: RP