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Leichlingen
Polizei nimmt Brandstifterin (59) fest

Pkw in Brand gesetzt
Pkw in Brand gesetzt FOTO: Michael Kiesewalter
Leichlingen. Auf frischer Tat erwischten Beamte die Frau am Montagabend, als sie versuchte, ein Auto am Pastorat anzuzünden. Von Ludmilla Hauser

Eine 59-jährige Leichlingerin könnte hinter den auffällig vielen Brandanschlägen auf Autos und weiteren Feuertaten stecken, die sich in den vergangenen Monaten in der Innenstadt zugetragen haben. Am Montag gegen 21.40 Uhr gelang der Polizei die Festnahme der Frau auf frischer Tat, gestern wurde sie dem Haftrichter vorgeführt. Dies gaben die Staatsanwaltschaft Köln und die Polizei am Mittag bekannt. Der Richter entschied: Die Leichlingerin muss in Haft.

"Nach langwierigen und intensiven Ermittlungen ist Zivilbeamten der Polizei Rhein-Berg die Festnahme einer Person gelungen, die gerade dabei war, einen Pkw am Pastorat in Brand zu setzen. Die Person versuchte, mittels eines brennenden Gegenstandes den Reifen eines geparkten Fahrzeuges zu entzünden. Die Beamten konnten durch ihr rechtzeitiges Eingreifen verhindern, dass an dem Fahrzeug ein Schaden entstand", heißt es in dem Bericht.

Zwei Autobrände in Leichlingen am Freitagabend FOTO: Michael Kiesewetter

Gegen 20.20 Uhr hatte zuvor schon in der Kleiststraße ein Auto gebrannt. "Hier gehen die Brandermittler mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Festgenommene dafür ebenfalls verantwortlich zeichnet."

Die 59-jährige Leichlingerin schweigt laut Behörde bisher zu den Vorwürfen gegen sie. Die Polizei fokussiert ihre Ermittlungen nun auch auf die Klärung der Frage, inwieweit die Frau mit der Serie von Brandstiftungen in der Blütenstadt in Verbindung gebracht werden kann. In den vergangenen Monaten hat es 19 Taten "in einem engen örtlichen Radius gegeben", die nach Einschätzung der Polizei-Ermittler in einem Zusammenhang stehen könnten. Immer nachts gerieten dabei an fast immer demselben Ort oder im nahen Umfeld Autos, Wohnhauskeller und Müllcontainer in Brand. Die Polizei war schon länger davon ausgegangen, dass es sich dabei nur um Brandstiftung handeln kann.

Die fatale Reihe von bisher unaufgeklärten Feuer-Taten hatte bereits 2014 begonnen. Der gefährlichste Fall war der Kellerbrand im Hochhaus Am Büscherhof. Kurz vor dem Jahreswechsel 2014/2015 war nachweislich durch Brandstiftung in dem Hochhaus an zwei Stellen im Keller Feuer gelegt worden. Das komplette Haus musste wegen des Brandes evakuiert werden: 53 von 64 Hausbewohnern waren betroffen, fünf Bewohner erlitten bei dem Vorfall damals leichte Rauchvergiftungen.

Dazu kam ein durch den Brand ausgefallenes Steuerungsmodul an der Heizung. "Da es sich dabei um ein Nahwärmeheizwerk handelt, war nach dem Feuer im Haus Am Büscherhof in insgesamt 650 Wohnungen in den Häusern der Wohnungsgesellschaft d.i.i. in Leichlingen die Heizung ausgefallen", berichtete unsere Redaktion damals.

Ob die 59-Jährige ebenfalls mit dieser Brandstiftung zu tun hat, will die Polizei nun ebenfalls überprüfen, kündigte sie gestern an.

Quelle: RP
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