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Burscheid
Polizei zieht Montag in die Wache Burscheid

Burscheid. Ziemlich genau ein Jahr nach dem ersten Spatenstich für die neue Polizeiwache in Burscheid wird das Haus an der Großbrucher Straße in Hilgen in diesen Tagen bezugsfertig. Von Ina Bodenröder

Gestern noch hievten die Handwerker eine 200 Kilo schwere Sicherheitsglasscheibe in die Empfangstür, die Bürostühle sind noch mit Plastikfolien überzogen. Die Computer aber laufen schon, und bereits am nächsten Montag ziehen die Leichlinger Polizisten in die neue Wache für den nördlichen Rheinisch-Bergischen Kreis. Am Mittwoch stößt das Verkehrs- und Kriminalkommissariat, am Freitag der Wachdienst aus Wermelskirchen dazu. Über 70 Gesetzeshüter sind dann von dort aus für Wermelskirchen, Leichlingen, Burscheid und Teile Odenthals und Kürtens zuständig.

Die Gefahr, dass die Polizei in diesen Städten nicht mehr so präsent sein könnte wie durch die Wachen vor Ort, sieht Gerhard Wallmeroth, Abteilungsleiter der Kreispolizei, nicht. "Wir fahren die Einsätze ja nicht von der Wache aus, sondern aus der Fläche mit den Streifenwagen, die am nächsten am Geschehen dran sind", erläuterte er gestern. Im Gegenteil: Da nur noch eine Wache ständig besetzt werden müsse, könnten mehr Kollegen in den Städten unterwegs sein. Das Gesicht der Polizei vor Ort bleiben indes die Bezirksbeamten, die in den jeweiligen Rathäusern Anlaufstellen für die Bürger bekommen.

Chef im neuen Haus wird Wachleiter Andreas Weilermann sein, in selber Funktion bislang in Wermelskirchen tätig. Er hat den Bau des Gebäudes in den letzten Monaten begleitet und zeigte sich bei der Präsentation gestern recht angetan vom Ergebnis. "Zum ersten Mal ist ein Polizeigebäude nach den Wünschen der Kollegen gestaltet worden. Hinterher kann also niemand sagen, dass es nicht passt", sagte er optimistisch.

Den Wachtresen beispielsweise hätten die Polizisten nach ihren Vorstellungen gezeichnet, ein Schreiner hat ihn genau so gebaut, dass dort zukünftig auch wichtige Einsatzgeräte ihren Platz haben werden. Die Einsatztaschen der Polizisten werden in einem separaten Raum verstaut, die Besuchertoiletten sind künftig außerhalb des Sicherheitsbereichs, so dass sie nicht mehr zum WC begleitet werden müssen.

Reichlich unbequem dürfte es hingegen zukünftig für Kunden werden, die die Wache nicht ganz freiwillig besuchen: Drei Zellen mit Toiletten und Lagerfläche, aber ohne Matratzen, stehen für vermeintliche Straftäter oder Menschen bereit, die Kopf und Körper von Alkohol oder Drogen freibekommen sollen. Eine davon ist sogar videoüberwacht, weil die Personen dort an Händen und Füßen fixiert werden können.

Errichtet wurde das Haus mit rund 1300 Quadratmetern vom benachbarten Unternehmen Wiedenhoff, das es für mindestens 15 Jahre an die Polizei vermietet. "An dem Bau waren sehr viele örtliche Handwerksunternehmen beteiligt", betonte Wiedenhoff-Geschäftsführer Ralf Weltersbach.

Kriminelle, die sich wegen des Umzugs Hoffnung auf eine polizeifreie Zeit gemacht haben, musste Andreas Weilermann übrigens enttäuschen: "Wir ziehen im laufenden Betrieb um und sind jederzeit über den Polizeinotruf 110 erreichbar", betonte er.

Quelle: RP
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