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Leichlingen
Protektoren sollen Rennstrecke entschärfen

Leichlingen: Protektoren sollen Rennstrecke entschärfen
Die Rennstrecke L 427 von Herscheid in Richtung Wupperhof soll entschärft werden. Unter anderem sollen Fahrbahnmarkierungen verbessert werden und dabei helfen, die Unfallzahlen zu senken. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Ob auch ein neues System mit einem Unterfahrschutz an den Leitplanken der L 427 zum Einsatz kommt, ist unklar. Von Peter Korn

Der letzte Fall ist nicht einmal eine Woche her: Da meldete die Polizei, sie suche einen unfallflüchtigen Autofahrer. Nach Zeugenaussagen fuhr der Wagen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Landstraße 427 von Herscheid in Richtung Wupperhof. In einer scharfen Linkskurve kam das Auto von der Fahrbahn ab. Es riss ein Verkehrszeichen samt Sockel aus dem Boden und brach den Mast einer Telefonleitung ab. Beim Rangieren in der Wiese knickte der Wagen zudem einen Leitpfosten um.

Anschließend entfernte sich der Pkw mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Wupperhof. Die Polizei stellte vor Ort Fahrzeugteile sicher und sucht nun den Unfallverursacher, sowie weitere Zeugen. So soll kurz nach dem Vorfall ein Rollerfahrer aus Richtung Herscheid an die Unfallstelle gekommen sein. Möglicherweise wurde er zuvor von dem unbekannten Pkw überholt und kann weitere Angaben machen, vermutet die Polizei.

Die hat mit dieser eigentlich sehr schönen, aber kurvenreichen Strecke so ihre Probleme. Denn der landschaftlich reizvolle Verlauf lockt gerade an Wochenenden viele Auto- und Motorradfahrer an, die Beschaffenheit der Straße verleitet aber gleichzeitig zur Raserei. Zumal laut Angaben der Ordnungshüter auf der gesamten Strecke mehr oder weniger durchgängig Tempo 100 gefahren werden darf. Selbst erfahrene Motorradfahrer gaben an, dass dies eine sehr sportliche Höchstgeschwindigkeit für die L 427 sei. Doch offensichtlich soll jetzt etwas passieren: Denn die Strecke wurde inzwischen in ihrer Gesamtheit als Unfallschwerpunkt eingestuft, was unweigerlich bauliche Veränderungen nach sich zieht. Verantwortlich dafür ist das Land NRW, genauer gesagt der Landesbetrieb Straßenbau (Straßen. NRW). Ein Sprecher der Polizei erläuterte, wie man gemeinsam mit Straßen NRW die Rennstrecke entschärfen möchte:

- Fahrbahnmarkierungen sollen verbessert werden.

- An besonders kritischen Stellen werden Warnschilder aufgestellt.

- Protektoren, die in gefährlichen Kurven an den Leitplanken angebracht werden, sollen helfen, tödliche Unfälle zu verhindern, da sie dem Vernehmen nach Auto- und Motorradfahrer zusätzlich schützen.

Das allerdings ist umstritten: Die Ummantelungen der scharfkantigen Metallverankerungen sind in der Regel aus Styropor, das nach Aussagen von Experten selbst zur Gefahr werden kann. Vor allem, wenn die Straßenmeistereien im Sommer mit ihren Randstreifenmähgeräten unterwegs seien, könne man beobachten, dass nahezu alle Styropor-Verkleidungen zerstört und klein gehäckselt werden. Und das könne im Ernstfall noch gefährlicher sein, als normale Leitplanken.

Wo Straßen saniert werden, wird in Deutschland oft auf ein neues System zurückgegriffen: den Unterfahrschutz. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Schutzplanke knapp über dem Boden. Sie soll dank ihres flexiblen Materials einen Aufprall abdämpfen und verhindere, dass verunglückte Biker unter der Leitplanke hindurchgeschleudert werden. Ob dieses System auch in Witzhelden zum Einsatz kommt, steht allerdings noch nicht fest.

Quelle: RP
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