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Leichlingen
Raserstrecke: Anwohner erwägt Hausverkauf

Leichlingen. Geht nicht, gibt's nicht - nach dem Motto verlief die Bezirksausschuss-Sitzung in Witzhelden. In einigen Punkten sah die Verwaltung keinen Handlungsbedarf, aber die Politik entschied jeweils anders. Von Ina Bodenröder

Irritiert waren Mitglieder und Zuhörer des Bezirksausschusses Witzhelden - irritiert angesichts der Vorlagen, die die Stadtverwaltung zu Anträgen der Fraktionen vorgelegt hatte. Egal, ob es um die Lärmbelästigung auf der "Rennstrecke" Witzhelden L359 und L427 (Antrag der BWL), um Verbesserung der Sicherheit für ausfahrende Feuerwehrautos vom Löschzug IV (CDU) oder die Überquerungshilfe für Krähwinkel (SPD) ging, die Antwort war immer: "Geht nicht."

Seit Monaten fordert die BWL eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem so genannten Klingenring zwischen Orth, Herscheid und Flamerscheid, weil Anwohner unter dem Lärm der Motorradfahrer leiden würden. Tatsächlich wurde die Geschwindigkeit gemessen - zwischen Ende Oktober und Anfang November, einer Zeit, in der Motorradfahrer kaum unterwegs sind.

In der Vorlage heißt es: "Würde eine Geschwindigkeitsbegrenzung hier vorliegen, könnte die untere Straßenverkehrsbehörde zur Rechenschaft gezogen werden, wenn der ein oder andere Fahrer die Kurve mit dieser Geschwindigkeit nicht befahren kann." Für Martin Steinhäuser (BWL) war das kein Argument: "Soll das heißen, dass Motorradfahrer bei Tempo 50 umfallen?" Ein Anwohner am Scharweg berichtete, dass er wegen des Lärms erwäge, sein Haus zu verkaufen. Die Ausschussmitglieder forderten die Verwaltung auf, mit dem Kreis Kontakt aufzunehmen - aber nicht mit dem Ziel zu erfahren, was nicht geht. "Wir wollen wissen, was gemacht werden kann, um die Lärmbelästigung zu verringern", betonte Jürgen Langenbucher (Grüne).

Ähnlich lief die Diskussion rund um die Schwierigkeit des Löschzugs IV, bei Einsätzen auszurücken, weil Autos auf der Burscheider Straße auf Höhe der Feuerwehr zu schnell fahren. Die CDU wünscht sich hier eine Beschilderung oder Ampel. Laut Verwaltung wurde festgestellt, dass 85 Prozent der Fahrzeuge nicht schneller als 58 km/h fahren - also acht Kilometer pro Stunde schneller als erlaubt. Die Kreispolizei werde aber erst ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von elf km/h zu viel tätig. "Wir wollen nicht wissen, was nicht geht", betonten die Politiker erneut. Die Stadt soll prüfen, welche Möglichkeit es für mehr Sicherheit der Feuerwehrleute gibt.

Zum Abschluss erfuhr der Bezirksausschuss, warum es keine Überquerungshilfe in Krähwinkel geben soll. Der Landesbetrieb Straßen.NRW habe kein Geld, stehe einem Ausbau aber positiv gegenüber, wenn die Stadt zahle. Die Verwaltung sieht dort keinen Handlungsbedarf, soll nun aber prüfen, wie der Bedarf nachgewiesen werden kann und was eine Querungshilfe kosten würde.

Quelle: RP
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