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Bürgermeister Frank Steffes
Rat entscheidet über Flüchtlingsheim Roderbirken

Bürgermeister Frank Steffes: Rat entscheidet über Flüchtlingsheim Roderbirken
Bürgermeister Frank Steffes hier auf Schloss Eicherhof bei einer Einbürgerungsfeier mit Muthuk Karthikeyan und dessen Sohn Srivignesh. FOTO: miserius (Archiv)
Leverkusen. Der Verwaltungschef zum Ministerlob für Leichlingen in der Flüchtlingsfrage und weiteren denkbaren Entwicklungen. Von Peter Korn

Leichlingen Zum 31. Mai baut das Land NRW seine Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem ehemaligen Aldi-Gelände an der Brückenstraße ab. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte das ebenso wie die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken zum Anlass genommen, das seit vielen Monaten intensive Engagement der Leichlinger für Flüchtlinge ausdrücklich zu loben.

Im Interview erläutert Bürgermeister Frank Steffes die nächsten Schritte in der Flüchtlingsfrage und kündigt eine Entscheidung über die Zukunft des ehemaligen Schwesternheims in Roderbirken innerhalb kurzer Zeit an.

Herr Steffes, NRW-Innenminister Ralf Jäger hat den Leichlingern ausdrücklich "für ihre Offenheit, Zuwendung und menschliche Wärme" im Umgang mit den Flüchtlingen gedankt, die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken nennt Leichlingen einen verlässlichen Partner. Wie stolz sind Sie über dieses Lob?

Steffes Natürlich freut mich das, gerade im Hinblick auf die vielen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer, die sich in dem Bereich engagieren. Ich betrachte dieses Lob aber vor allem auch stellvertretend für all die Kommunen, die sich nach dem Hilferuf der Bezirksregierung im vergangenen Jahr schnell um eine Bereitstellung von Platz-Kontingenten gekümmert haben. Die sind mit dem Lob sicher genauso gemeint wie wir.

Die Akzeptanz in Leichlingen war allerdings auch in der Bevölkerung für diese Unterkunft von Beginn an sehr hoch, hatte ich den Eindruck.

Steffes Stimmt. Wir hatten aber auch Glück, mit dem Aldi-Gelände ein passendes Objekt zu besitzen. Hätten wir eine Turnhalle belegen müssen, wäre das sicherlich etwas anders ausgefallen. Gleichwohl: Die verschiedenen Organisationen und Arbeitskreise haben wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Und nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten ist das Ganze auch sehr schnell sehr effektiv geworden.

Wie geht es jetzt weiter? Die 180 Plätze, die das Land jetzt andernorts anbietet, bedeuten ja gleichzeitig, Sie müssen wieder 180 zusätzliche Flüchtlinge in Ihrem Wohnbestand unterbringen ...

steffes Wir machen weiter, wie bisher. Wir mieten Wohnraum an, wo immer das möglich ist, und halten die Augen offen. Und dann steht ja in Kürze noch die Entscheidung zu Roderbirken an.

Wann wird die fallen?

Steffes Wir nähern uns allmählich dem "Point of no return" - also jenem Moment, an dem wir bereits so viel investiert haben, dass ein Verzicht auf dieses ehemalige Schwesternheim teurer käme, als weiterzumachen. Ich möchte rechtzeitig vor diesem Punkt eine Entscheidung im Stadtrat herbeiführen. Es wird also bald zum Schwur kommen.

Das Wohnraumproblem für die Flüchtlinge wäre dadurch vorerst gelöst ...

Steffes Solange nicht klar ist, wie wir mit dem großen Gebäude nach dem Ende der Flüchtlings-Belegung umgehen können, wir also keine Genehmigung für eine weitere Wohnnutzung bekommen, bleibt Roderbirken problematisch.

Quelle: RP
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