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Leverkusen
Rat macht mobil gegen die Windradpläne

Leverkusen. Niemand in Witzhelden will "diese Monstren im Wald", wie FW/UWG-Fraktionsvorsitzender Hermann Terjung die von der Arge Bergwind geplanten Windkraftanlagen im Stadtrat nannte. Die Ratsmitglieder im Stadtwerke-Aufsichtsrat sollen jetzt nämlich auf die Arge Bergwind einwirken, das Windkraftprojekt aufzugeben: Dies beschloss der Stadtrat einstimmig. Von Gundhild Tillmanns

Terjung konnte sich allerdings nicht mit seiner weitergehenden Forderung durchsetzen, durch einen speziell definierten Flächennutzungsplan die Windräder in Brachhausen zu verhindern. Terjung wollte festschreiben lassen, dass "nur ruhiges Wohnen" in Witzhelden an der Stadtgrenze zu Solingen zugelassen werden soll. Dies sei rechtlich bedenklich und könne zu erheblichen Kosten führen, die dann nicht den erwünschten Effekt brächten, sagten die Gegner.

Zu einem flammenden Plädoyer für "sein" Witzhelden und gegen die geplanten Windräder nutzte Dr. Ulrich Braun, der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) Witzhelden die Einwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung und handelte sich damit einen leisen Tadel des Bürgermeisters ein: "Normalerweise dürfen hier nur Fragen zugelassen werden und keine Plädoyers ", sagte Frank Steffes. Er lasse Brauns Rede ausnahmsweise durchgehen, weil er VVV-Vorsitzender in Witzhelden sei. In dieser Funktion und als Wahl-Witzheldener, der seit 40 Jahren dort lebt, befürchtet Braun, dass Windkraftanlagen "die Wurzel und die Existenz des Ortsteils bedrohen." Die örtliche Kultur, Tourismus und Zuzug von jungen Familien würden seiner Auffassung nach gefährdet, wenn Witzhelden durch Windräder verschandelt werde.

Eine Bürgerin bedankte sich beim Stadtrat, dass er die Witzheldener bei ihrem Kampf gegen die Windräder bislang so gut unterstützt hat. Und ein weiterer Witzheldener fragte bei den Ratsmitgliedern nach, ob sie sich denn mittlerweile mit ihren Fraktionskollegen auf Solinger Seite in Verbindung gesetzt hätten. Damit erinnerte er zugleich daran, dass bereits seit Oktober 2012 die Planung, Windräder an der Grenze zwischen Witzhelden und Solingen aufzustellen, öffentlich ist.

Daraufhin kündigte Wolfgang Legrand (SPD) am Donnerstagabend im Stadtrat an: "Ich werde mal Kontakt zu den Genossen in Solingen aufnehmen und fragen, wie sie zu dieser Sache stehen." Terjung sprach von Kontaktversuchen zum Solinger Stadtrat. Der sei aber "ein ziemlich bunter Haufen". CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Wagner gab an, seine Fraktion sei bereits in Gesprächen mit der CDU in Solingen.

Der Bürgermeister berichtete zudem, dass die Tage der Arge Bergwind wohl gezählt zu sein scheinen. Denn Langenfeld und Reusrath wollten die Gemeinschaft mit diesen Investoren für Windkraft bereits verlassen, weil auf ihrem Stadtgebiet ohnehin keine Standorte für Windräder auszuweisen und in Frage kämen, informierte Steffes den Rat und zahlreiche Bürger im Saal.

Quelle: RP
 
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