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Leichlingen
Reparaturcafé gestartet - Ort zum Schrauben und Fachsimpeln

Leichlingen: Reparaturcafé gestartet - Ort zum Schrauben und Fachsimpeln
Praktische Hilfe im Reparaturcafé: Michael Nordt (rechts) holt einen Staubknäuel aus dem Staubsauger von Gerhard Heese. FOTO: Miserius
Leichlingen. Mit einem enormen Zuspruch wurde gestern Leichlingens neues Reparatur-Café eingeweiht. In den Räumen des Quartierstreffs in der Gartenstraße stellten sich sechs handwerklich begabte Helfer und eine Näherin den Bürgern zur Verfügung, und brachten Kaffeemaschinen, Staubsauger und Drucker wieder zum Laufen. Von Cristina Segovia Buendia

Aufmerksam schaute sich Michael Nordt (74) die Handgriffe seines Gegenübers an: Elektroingenieur Gerhard Heese (74) hatte Nordts Allesstaubsauger der Marke Kärcher aufgeschraubt und blickt in das Innenleben des Geräts. "Ich habe den vielleicht zehn Mal benutzt, dann war plötzlich die Saugleistung gleich Null", sagte der Leverkusener, ohne seinen Sauger aus dem Auge zu verlieren. "Und ich habe keine Ahnung von Technik."

Für den Fachmann dagegen stand die Diagnose nach dem ersten Blick fest: Verstopfung. Die Haare der Familienkatze hatten sich im Gerät verfangen und ließen den Sauger nicht mehr arbeiten. "Das ging recht zügig", sagte Nordt zufrieden. "Nicht so voreilig", unterbrach ihn Heese. "Jetzt kommt erst das Spannende: Das Gerät muss doch auch noch wieder zusammengebaut werden." Der 74-jährige Leichlinger ist einer von insgesamt sechs technikaffinen und handwerklich begabten Herren und einer Näherin, die sich als Helfer mit ihrem eigenen Werkzeug für das Reparatur-Café ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Jeden ersten Freitag im Monat, von 15 bis 18 Uhr, werden sie im Quartierstreff anzutreffen sein.

"Ich hatte die Anzeige gesehen und mich als Helfer gemeldet", berichtete Heese und erklärte: "Für mich ist die Fehlersuche eine Leidenschaft." Einen Tisch weiter werkelte ein anderer Helfer an einem Drucker, während ein weiterer den E-Reader einer Dame inspizierte.

Die Warteschlangen an den verschiedenen Stationen wurden länger, wobei sich die Wartenden die Zeit bei Kaffee und Kuchen verkürzen konnten.

Quartierstreff-Leiterin Hilde Cordes zeigte sich von dem riesigen Zulauf überwältigt: "Wir wussten nicht mal, ob überhaupt jemand kommen würde und dann sind es doch so viele."

Nach einigem hin und her hatte Heese den Sauger montiert. Und Nordt war glücklich: "Toll. Fast zwei Monate konnte ich den Sauger nicht benutzen. Wenn ich wieder so ein Problem habe, komme ich sicherlich wieder."

Quelle: RP
 
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