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Leichlingen
Schätze aus dem Familienbestand

Leichlingen: Schätze aus dem Familienbestand
Zahlreiche Stände lockten die Besucher an. Den Verkäufern Herbert Knoch und Armin May (l.) gefällt die entspannte Atmosphäre im alten Stadtpark. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Bei den Leichlinger Trödeltagen boten die Händler etliche Unikate an. Die Preise wurden natürlich ausgehandelt. Von Ina Bodenröder

Zugegeben, der Vergleich mit einem türkischen Basar hinkt. Doch was das Feilschen angeht, haben die Besucher der Leichlinger Trödeltage in den letzten Jahren ihre Technik deutlich verfeinert. Längst geht nicht mehr alles zum Wunsch-Preis der Verkäufer über den Tisch. Manch einer macht sich gar ein unterhaltsames Spielchen daraus, für alte Schätzchen oder das, was als solche angeboten wird, den besten Preis für sich herauszuschlagen. Trödler Herbert Knoch aus Solingen war am Wochenende glücklich auf dem Markt im alten Stadtpark: "Hier ist es immer total entspannt, einfach toll", schwärmt er. Seit drei Jahren preist er in Leichlingen vor allem alte Schätze aus dem Familienbestand an.

Bei ihm hat jedes Stück seine ganz eigene Geschichte. Die CD von Tony Christie beispielsweise, die die Mutter geliebt hat, weil sie so gerne Schlager hörte. Oder der kleine Kugelaschenbecher "Sputnik", ein Sammlerstück seines Vaters. Der war eigentlich gar kein Raucher, das silberne Raucheraccessoire stand zeitlebens nur zum Angucken in der heimischen Vitrine.

Auf keinen Fall unterm Preis - aufgerufen waren 50 Euro - wollte Knoch einen alten Clown verkaufen, eine Art Maskottchen des Händlers. Das Besondere an der betagten Figur aus den 1960er Jahren: In den Rücken konnte man eine Batterie stecken und eine Disc einschieben, die sie zum Sprechen brachten. Am Samstagnachmittag liefen Knochs Geschäfte gut. Neben einer silbernen Thermoskanne hätte fast auch eine Schneekugel mit der amerikanischen Freiheitsstatue und eingebauter Spieluhr den Besitzer gewechselt. "Das Handeln und der Kontakt zu den Menschen macht mir einfach Spaß", erzählte Herbert Knoch, warum er im Stadtpark schon morgens um sieben seinen Stand aufgebaut hatte. Bemerkenswert auch die Mischung der Interessenten und Käufer - neben Trödelfreunden und Sammlern immer wieder Menschen, die auf die Schnäppchen aus finanziellen Gründen angewiesen sind.

Gleich nebenan war Knochs Freund Armin May ganz in seinem Element, pries Waren an, als wenn's kein Morgen gäbe. Er war zum ersten Mal in Leichlingen, im normalen Leben macht er Nachlassräumungen: "Ich bin zufrieden", bestätigte auch er und verkaufte weiter alte Transistorradios, vorsintflutlich anmutende Plattenspieler fürs Auto und sein Lieblingsstück, eine Kaiser-Schreibtischlampe, wie sie die Kommissare in alten Fernsehkrimis immer hatten.

Quelle: RP
 
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