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Leichlingen
Schüler bewegen (mit) Kunst im Sinneswald

Leichlingen. Die Sonne scheint, die Schulband spielt. Kinder spielen am Bach und im Wäldchen, die Stimmung ist fröhlich und unbeschwert. Ferienanfang, Sommer, Kunst - im Leichlinger Sinneswald fühlt es sich wieder an, als wenn ganz viele Glücksgefühl-Garanten an einer Stelle aufeinandertreffen. Von Ina Bodenröder

Mittendrin die Werke des Schweizer Künstlers Jean Tinguely, die die Besucher zum Staunen und Ausprobieren verführen. Doch nein, nicht der Großmeister der kinetischen - der bewegten - Kunst stellt im Sinneswald aus. Es sind die Arbeiten der Grundschulkinder aus Bennert. Viele Wochen haben sie gemeinsam Wundersames aus Schrott gezaubert. Es steht den Werken Tinguelys in kaum etwas nach.

Ausgelassen ist die Stimmung, denn die Schüler erklären und machen vor, lassen die Eltern und Besucher ihre Begeisterung spüren, mit der sie sich mit ihren Kunstlehrerinnen Antje Heer und Viviane Maccio-Figgemeier ans Werk gemacht haben. Jule (9) erklärt ganz genau, wie die Klang-Maschine ihrer Lerngruppe A entstanden ist. "Durch die Pedale drehen sich die Räder. Sie werden mit Strumpfhosen angetrieben. An dem Rad haben wir Klackerdinger angebracht, und Nägel schlagen gegen Eisenstangen", erklärt sie, wie die interessante Geräuschkulisse der Maschine zustande kommt. Ein Fahrrad hat sie dafür mit ihren Mitschülern komplett auseinandergenommen und zu neuem Zweck zusammengesetzt.

Aber auch Eisenstangen, Nylon-Strumpfhosen, Schrauben, Nägel bis hin zum Paukenfell einer alten Trommel haben Einzug in die einzigartige Klang-Maschine gefunden. Nicht nur das Schrauben, Sägen, Hämmern, Kleben und Malen ist besonders an diesem Projekt. Es ist die Gemeinschaftsarbeit.

Jeder durfte seine Ideen einbringen. Genauso wie bei der Farbbomben-Wurf-Maschine: Die Lerngruppe C musste sich entscheiden, welchen ihrer Favoriten sie umsetzen wollte - die Ball-Wurf- oder die Mal-Maschine. "Den Kindern war sehr wichtig, dass sich alle mit der Maschine identifizieren können. So beschlossen sie einen Kompromiss: die Farbbomben-Wurf-Maschine", können die Besucher auf einem Projektschild nachlesen. Die Werke der Grundschüler bleiben nun den ganzen Sommer über im SinnesWald. "Die Jugend kann man gar nicht früh genug an die Kultur heranführen", erklärt Wolfgang Brudes, Gastgeber im Sinneswald, warum seine Frau Wicze Braun und er diesem Kunstprojekt Raum bieten. Auf einige Kinder ist der Gedanke offenbar schon übergesprungen: Sie werden ihre künstlerische Laufbahn bei den Ferien-Kunstworkshops im Sinneswald direkt fortsetzen.

Quelle: RP
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