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Leichlingen
Schüler erinnern an Nazi-Gräuel

Leichlingen. Sie sind zwischen 17 und 19 Jahren alt und tragen für die grausamen Ereignisse, die sich am 13. April 1945 nahe Leichlingen zutrugen, keine Verantwortung. Am 29. April aber leisten die Jugendlichen am Leichlinger Gymnasium einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Erinnerung an die Ermordung von 71 Häftlingen durch das Nazi-Regime nicht verblasst: Die Schüler des Geschichte-Leistungskurses gestalten die Gedenkstunde am Mahnmal Wenzelnberg mit. Von Ina Bodenröder

Die jährliche Veranstaltung in der Wenzelnberg-Schlucht in unmittelbarer Nähe zur Grenze nach Langenfeld wird zum ersten Mal von der Stadt mitorganisiert. "Es war mir ein Anliegen, dass Leichlingen neben Remscheid, Langenfeld, Solingen, Wuppertal und Leverkusen zum Veranstaltergremium gehört", sagte Bürgermeister Frank Steffes bei der Ankündigung. Die Verwaltung habe die Schulen zur Mitwirkung aufgerufen, um die Geschichte in Erinnerung zu halten und eine Mahnung für die Zukunft zu geben.

Wenige Wochen vor Kriegsende erschoss die Gestapo die überwiegend politisch Verfolgten. Kurze Zeit später wurde das Massengrab entdeckt, NSDAP-Mitglieder mussten die Leichen ausgraben, damit sie in Solingen-Ohligs beigesetzt werden konnten.

"Ich musste niemanden überreden, bei der Veranstaltung mitzumachen", sagte Geschichtslehrer Klaus Meyer-Stoll. Durch das Material, das die Schüler von der Stadt erhalten haben, seien diese sofort interessiert gewesen. "Diese Vergangenheit gehört zu uns. Wer so gelitten hat, muss geehrt und darf nicht vergessen werden", sagte Schüler Piet Pesch. "Ich habe von der Ermordung der Häftlinge nie zuvor gehört. Aber als ich in meiner Familie darüber gesprochen habe, wussten einige noch davon", berichtete Lea-Sophie Barisch. Dass die Geschichte durch die Beteiligung an der Gedenkfeier erfahrbar gemacht werde, überzeugte auch Rektor Christoph Bräunl, das Thema in die Schule zu tragen. Gerade junge Menschen könnten andere ihres Alters für die Beschäftigung mit scheinbar vergangenen Themen begeistern. "Dazu muss jeder eine Meinung haben", betonte Pesch.

Die Jugendlichen werden am 29. April mit ihrem Beitrag "Gegen das Vergessen" rund 20 Minuten gestalten, in denen sie selbst geschriebene Texte vortragen und die Namen der bekannten Opfer nennen. Cornelius Daun hat ein Klavierstück geschrieben, das die Gefühle der Menschen damals widerspiegeln soll. Zugleich werden Zeitzeugen gesucht, die sich an die Ereignisse erinnern und berichten können. Wer etwas beitragen möchte, kann sich an Stadtsprecherin Ute Gerhards wenden: ute.gerhards@leichlingen.de oder 02175 992-101.

Quelle: RP
 
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