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Leichlingen
Spaziergang für die Bürgerbefragung

Leichlingen. Mit Stadtspaziergängen will die Stadtverwaltung interessierte Leichlinger fachlich auf den neuesten Stand bringen. Von Ina Bodenröder

Die CDU verteilt aktuell Flugblätter mit zehn "guten Gründen für Variante B", auch die Grünen werben separat für den Erhalt beider Stadtparks. Alle anderen Parteien versenden eine gemeinsame Broschüre an die Leichlinger Haushalte, in der sie empfehlen, das Kreuz bei Variante A zu machen. Wer sich dennoch nicht im Klaren darüber ist, ob er bei der aktuellen Bürgerbefragung zur Innenstadtentwicklung für die Bebauung des Wupperufers oder eines Stadtparks stimmen soll, hat am 26. Oktober und am 5. November jeweils um 17.30 Uhr Gelegenheit, an einem Stadtspaziergang der Stadtverwaltung teilzunehmen.

Mitarbeiter des Bauamtes führen die Bürger vom Rathauseingang über das Grundstück an der Wupper hinter Kaufpark und Tankstelle, durch die Stadtparks, über die Marlybrücke, das Pastorat und das Brückerfeld bis hin zur Postwiese. "Uns ist es wichtig, ein ganzheitliches Innenstadt-Konzept zu entwickeln. Deshalb wollen wir den Blick auch für Dinge schärfen, die nicht unmittelbar mit der Befragung zu tun haben", sagt Andrea Murauer, Fachbereichsleiterin Bauen und Wohnen.

Grundsätzlich solle es keine Denkverbote geben, alle Entwicklungen dienten dazu, das Stadtbild zu stärken, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und den Bürgern den Glauben an ihre Stadt zurückzugeben. "Jeder Euro, den die Stadt investiert, bringt erfahrungsgemäß drei Euro Folgeinvestitionen. Alle warten darauf, dass jetzt was passiert", rechnet Murauer vor. Beim Rundgang mit Helge Mehrtens, Leiterin des Amtes für Bauordnung und Planung, und Mitarbeiter Christian Jablowski versucht die Fachbereichsleiterin, Pro und Contra für die Alternativen der Innenstadtentwicklung abzuwägen.

Wie hoch die Gebäude in der Leichlinger Innenstadt sein dürfen, um als attraktiv wahrgenommen zu werden, hängt interessanterweise offenbar nicht von der Geschosszahl ab. "Ein Flachbau wie am Pastorat oder an der Brückenstraße ist nicht unbedingt gefälliger als ein Haus mit drei Etagen und einer kleinteiligen Fassadengestaltung", erklärt Helge Mehrtens. Andrea Murauer betont derweil, dass die Lösung der hiesigen Innenstadtentwicklung nicht der Bau einer Mall sein könne. "Wir müssen uns an die Maßstäblichkeit der Stadt anpassen und eine Kleinteiligkeit wählen, die zu Leichlingen passt", sagt sie. Es dürfe nicht alles zugepflastert werden, jeder Verlust an Grünfläche müsse an anderer Innenstadtlage kompensiert werden.

Klar wird bei dem Rundgang: Theoretisch können alle Alternativen der Innenstadtentwicklung realisiert werden, jede hat ihre Vor- und Nachteile. Während beispielsweise das Grundstück an der Wupper mit 5.500 Quadratmetern tendenziell zu klein für einen Vollsortimenter, den notwendigen Parkraum plus Wupperöffnung ist (zum Vergleich: Der neue Bonus-Markt steht auf 8.300 Quadratmetern), spricht gegen die Bebauung des alten Stadtparks die starke Identifikation mit den dortigen alten Bäumen, Denkmälern und die schwierige Einbeziehung der denkmalgeschützten Häuser. In den Stadtparks wäre dafür der Bau einer Tiefgarage einfacher, auf dem Wuppergrundstück die gewünschte Anbindung an den Fluss von vornherein gegeben.

Problematisch ist an allen Standorten, dass jede Einzelhandelsnutzung immer eine Gebäuderückseite hat - also mit Anlieferungs- und Lagerflächen. Das wäre sowohl für ein von allen Seiten einsehbares Gebäude an der Wupper als auch in einem Stadtpark unattraktiv.

Infos rund um die Befragung bietet bereits morgen ein Basar von 18 bis 21 Uhr im Rathaus und am 31. Oktober von 10 bis 14 Uhr auf dem Marktplatz.

Quelle: RP
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